Familientreffen im Schulgebäude
Gymnasium Ehemalige Abiturienten reisen zu Weihnachten von weit her an
Skeptischer Blick auf Mamas und Papas früheren Schulleiter: Maren und Gunnar Goldhammer (vorne, 2. und 3. von links) besuchten das Ehemaligentreffen mit ihrem eineinhalb Jahre alten Sohn Tammo. Friedemann Schötten (vorne, rechts) hatte das Gymnasium Anfang 2004 als Schulleiter verlassen und war zur Landesschulbehörde gewechselt. BILD: Karoline Schulz 
von Karoline Schulz
Ganderkesee - Familiär ging es beim Ehemaligentreffen am Gymnasium Ganderkesee schon immer zu – das hat seit mehr als zwei Jahrzehnten Tradition. Zu verdanken ist das nicht zuletzt Studienrat Jürgen Beier, dem es alle Jahre wieder gelingt, zahlreiche ehemalige Schüler und deren frühere Lehrer am zweiten Weihnachtstag in die Schule zu locken.
Inzwischen könnte man aber auch getrost auch den Begriff „Familientreffen“ anwenden: So mischten sich am zweiten Weihnachttag mit Janette Schütte und Tochter Lena sowie Uwe Noster und Tochter Anja gleich zwei Eltern-Kind-Paare unter die Teilnehmer. Die einen haben ihre Reifeprüfung als zweiter Abiturjahrgang des Gymnasiums Ganderkesee 1984 abgelegt – die anderen zählen zum gerade erst verabschiedeten Abi-Jahrgang 2011.
Diejenigen, bei denen die Schulzeit bereits ein paar Jahre zurückliegt, nutzten das Treffen nicht nur, um ehemalige Mitschüler wiederzusehen, sondern auch, um ihren Kindern ihre frühere Wirkungsstätte zu zeigen. Tammo Goldhammer, der eineinhalb Jahre alte Sohn von Maren und Gunnar Goldhammer, zeigte allerdings weniger Interesse am Schulgebäude seiner Eltern, dafür umso mehr an deren damaligem Schulleiter Friedemann Schötten, der das Treffen seit seinem Abschied 2004 in unregelmäßigen Abständen besucht.
Während Familie Goldhammer, die in Stade lebt, eine vergleichsweise kurze Anfahrt in Kauf nehmen musste, um die Weihnachtstage in Ganderkesee zu verbringen, war Marcel Ganske (32) aus dem Ausland angereist. Er lebt seit fünf Jahren in Wien.
Noch etwas weiter hatte es Ganskes Jahrgangskollege Kai Kohlhoff: Er hatte für den Heimaturlaub gar eine Atlantik-Überquerung hinter sich bringen müssen. Der Bioinformatiker lebt seit drei Jahren in der Nähe von San Francisco in Kalifornien, wo er bei einem großen Internetdienstleister tätig ist.
Dass er für seine Karriere den Kontinent verlassen würde, sei zu seiner Schulzeit ganz und gar noch nicht abzusehen gewesen, berichtet Kohlhoff, der vor seinem Umzug in die USA bereits vier Jahre in England gelebt hat. „Früher war ich eigentlich jemand, der hier nie weg wollte.“ Heute komme er maximal einmal im Jahr zu seinen Eltern nach Ganderkesee – das aber immer wieder gerne.
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