Selbsthilfe-Arbeitskreis nimmt weitere Gruppen auf
Soziales Information über spezielle Krankheiten – „Ampeln auch an Wochenenden eingeschaltet lassen“
Der Austausch in Gruppen hilft: Rolf Stiening, Doris Josquin, Monika Schmidt und Jutta von Flottwell BILD: Herrmann 
Ganderkesee - Zum „Start in ein für uns interessantes Jahr“ hatte Doris Josquin, Vorsitzende des Arbeitskreises der Selbsthilfe- und Initiativgruppen der Gemeinde Ganderkesee (A.S.G.), am Montagnachmittag in das Rathaus eingeladen.
Zunächst stellten Jutta von Flottwell und Gerhard Philipp die HSP-Selbsthilfegruppe Deutschland vor. HSP steht für Hereditäre Spastische Spinalparalyse „und ist noch nicht heilbar. Deshalb sind wir auf die Hilfe der Wissenschaft angewiesen“, sagte Philipp. Etwa 3000 Menschen leiden bundesweit an dieser Erbkrankheit, bei der bestimmte Nervenzellen degenerieren und in der Regel motorische Beeinträchtigungen nach sich ziehen.
23 Jahre vergingen im Fall von Gerhard Philipp, ehe die Krankheit offiziell diagnostiziert wurde. „Es ist ein fortschreitender Verlauf, der Gesundheitszustand verschlechtert sich nach und nach.“
Eine ähnlich seltene Krankheit ist „Progressive Supranuclear Palsy“ (PSP), übersetzt progressive supranukleäre Blickparese, von der circa 12 000 Menschen in Deutschland betroffen sind.
Der genaue Entstehungsmechanismus ist unbekannt, sicher ist nur: Es kommt zu einem Untergang von Nervenzellen in einem wichtigen Bereich des Gehirns.
Hauptsymptom ist die fortschreitende (progressive) Einschränkung der willkürlichen (supranukleären) Augenbewegungen. „Betroffene haben irgendwann einen Tunnelblick. Die Kommunikation fällt weg und essen wird zum Kraftakt. Sie sind Gefangene in ihrem Körper bei klarem Verstand“, sagte Rolf Stiening. Er ist zuständig für die Selbsthilfegruppen in Bremen und Niedersachsen. Stiening spricht aus eigener Erfahrung, seine Frau litt an dieser Krankheit.
Beide Gruppen wurden vom Vorstand als neue Mitglieder im A.S.G. bestätigt, ebenso wie die Tafel. Die Behindertenbeauftragte Rita Rockel berichtete zudem, dass in Ganderkesee voraussichtlich eine Selbsthilfegruppe zum Thema Angst und Panikattacken entstehen wird. Ein weiteres Anliegen des A.S.G. ist, dass die Ampeln in Ganderkesee auch an Wochenenden bis 24 Uhr eingeschaltet bleiben. „Das ist wichtig für Rollstuhlfahrer, ältere Menschen und Kinder“, sagte Doris Josquin.
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