Haus ist nicht schön – aber zweckmäßig
Stedingsehre Arbeitskreis möchte schnelle Lösung für Dokumentations- und Informationszentrum
von Hergen Schelling
Ganderkesee - Nein, das musste auch Lutz Walk einräumen: „Attraktiv“ wirke das Haus nicht, in dem der Arbeitskreis „Stedingsehre“ ein Dokumentations- und Informationszentrum einrichten möchte. „Es ist nicht das, was wir uns erhofft haben“, gestand der Professor dem Ausschuss für Bildung und Kultur. „Aber es ist funktional!“ Außerdem sofort nutzbar, in gutem Zustand, leicht zugänglich, kurzum: die zurzeit beste Lösung.
Fast eine Stunde lang warb Walk am Dienstagabend für die Pläne des Arbeitskreises, die Geschichte der einstigen Freilichtbühne, auf der zur NS-Zeit August Hinrichs’ Drama „De Stedinge“ inszeniert wurde, museal darzustellen. „Dieser Ort muss zugänglich werden“, sagte er, „aber man muss dabei den historischen Hintergrund im Kopf haben“.
Dazu soll das Dokumentations- und Informationszentrum beitragen. Als Standort käme ein nicht mehr genutztes Wohnhaus in Frage, das dem Berufsförderungswerk (bfw) gehört, auf dessen Gelände sich auch die Freilichtbühne befindet. Den Einwand von Erika Vogel (Freie Wähler) – „es gibt so viele schöne Häuser auf dem Gelände, aber ausgerechnet dieses soll genommen werden“ – griff Walk auf: „Wir hätten auch lieber eines der Häuser aus dem Spieldorf“, sagte er, „aber die werden noch vom bfw genutzt.“ Und das bfw sei nicht in einer Situation, in der es Geschenke machen könne.
Dem Arbeitskreis kommt es jedoch auf eine schnelle Entscheidung an. Seit er sich 2005 gründete, hat er nicht nur jede Menge Informationen, sondern auch sehr viel anschauliches Material über die Bühne, das Stück und das Volk der Stedinger zusammengetragen. „Ohne einen festen Ort gehen nicht nur die Erinnerungen verloren, sondern auch diese Stücke.“
Der Ausschuss befürwortete die Pläne des Arbeitskreises bei einer Enthaltung (Erika Vogel). Offen ist aber die Finanzierung: Neben Kauf und Instandsetzung (ca. 115 000 Euro) wäre eine museumspädagogische Grundausstattung nötig (ca. 45 000 Euro). Auf Fördermittel wird gehofft. Der Ausschuss will entscheiden, sobald ein Finanzierungsplan des Arbeitskreises vorliegt.
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