GANDERKESEE, 22. Februar 2012


40 Tage ohne die kleinen Laster?

Fastenzeit Ganderkeseer verzichten nicht völlig – Weniger Alkohol und mehr Sport


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Volker KreyeHans-H. Hubmann Hermann Abeln Daniela WolffWalter Thiemann BILD: BILD: BILD: BILD: BILD: Mirja ZipfelArchivarchiv SchulzArchiv  Bild vergrößern

An diesem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Für viele eine willkommene Gelegenheit, etwas für sich zu tun.

von Christopher Deeken

Ganderkesee - Sieben Wochen lang kein Alkohol, keine Zigaretten und keine Süßigkeiten: Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt im christlich-abendländischen Kulturkreis die Fastenzeit. Viele Menschen aus Ganderkesee nutzen diese Zeit, um bis Ostern zumindest einigen Lastern des Alltags abzuschwören.


Schlichter leben
„Ich will beim Alkohol enthaltsam sein“, sagt beispielsweise Volker Kreye, hinter dem wahrlich harte Tage liegen. Als Prinz Volker I. führte er die Ganderkeseer Narren durch den Fasching – und bewies dabei in jeder Hinsicht gute Kondition. Doch nun soll es vorerst vorbei sein mit dem ungesunden Lebensstil. „Bessere Ernährung und mehr Entspannung“ hat sich der 38-Jährige für die kommenden 40 Tage auf die Fahnen geschrieben. „Einfach mal wieder ein wenig schlichter leben“, meint er.

Ebenfalls vom Fasching geschlaucht ist Walter Thiemann, der für den gastronomischen Ablauf in Festhalle und -zelt zuständig war. „Geschlafen habe ich in den letzten Tagen nicht sehr viel“, erzählt der 69-Jährige. Den Schlaf wolle er nun in der Fastenzeit nachholen. „Und wieder mehr Sport treiben“, ergänzt der Gastronom, der in Sachen Ernährung bereits seit einigen Jahren auf sich acht gibt.

Vorgezogen hat die Fastenzeit Hermann Abeln – allerdings unfreiwillig. Dem Sprecher des Ökumene-Kreises wurde vor wenigen Tagen ein Zahn gezogen. „Mit Essen war da nicht viel“, berichtet der 77-Jährige. Immerhin habe er schon ein paar Pfund abgenommen, fügt er lachend hinzu. In seinem Elternhaus in Lingen (Emsland) sei viel Wert auf die Einhaltung der Fastenzeit gelegt werden, berichtet er. So ganz ohne Naschereien sei er als Kind aber auch nicht ausgekommen. „Ein Heiliger war ich auch nicht.“ Der Fastenzeit misst er auch heute noch eine große Bedeutung zu. „Da können die Menschen zur Besinnung kommen“, so der 77-Jährige. Er selbst will dieses Jahr in der ersten Woche Verzicht üben. „Kein Alkohol“, lautet Abelns Motto.

Gar nicht fasten wird in diesem Jahr hingegen Daniela Wolff, Pressesprecherin der Orthopädie-Klinik in Stenum. „Wenn ich faste, bin ich nicht leistungsfähig und kann nicht arbeiten“, begründet sie. Vor zehn Jahren habe sie einmal eine Woche gefastet, allerdings außerhalb der Fastenzeit. „Damals habe ich nur Wasser getrunken“, sagt Daniela Wolff. Das sei eine spannende und tolle Erfahrung gewesen, denn: „Wenn man auf etwas ganz bewusst verzichtet, lernt erst man wieder, diese Dinge zu schätzen.“

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Stoffwechsel erneuern
Ein Verfechter des Fastens ist Hans-Heinrich Hubmann. Der Heilpraktiker will in den ersten vier Wochen nach Fasching wenig Alkohol trinken und macht regelmäßig eine Darmentschlackung mit Vollkorn, Tee, wenig Fett und kaum Fleisch. „Das sollte man auf jeden Fall einmal im Jahr tun“, rät der 67-Jährige, der auch Ehrenvorsitzender des CDU-Kreisverbands ist. So könne sich der Stoffwechsel erneuern. Wichtig sei es dabei aber, viel Wasser zu trinken: „Die Schlackstoffe müssen aus dem Körper heraus. Und wenn das nicht geschieht, kann es leicht zu Erkrankungen kommen.“ Ob die Menschen nun aus religiösen oder gesundheitlichen Gründen fasten, sei letztlich egal, so Hubmann. Denn: „Sie tun in jedem Fall etwas für sich.“






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