14. Dezember 2009


„Olympia-Anlage München als Vorbild“

SCHIEßSPORTZENTRUM Jäger und Planer informieren – Aufgeladene Atmosphäre im Ahlhorner Gasthaus


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Informierten besorgte Anwohner (von links): Rainer Diekmann von der Jägerschaft Cloppenburg, Siegfried Dames vom Bürgerverein und Ingenieur Jürgen H. Voss. BILD: STEFAN IDEL Bild vergrößern

3000 Schuss pro Tag auf der Wurfscheibenanlage

Rund eine Million Euro wollen die Jägerschaften Cloppenburg und Vechta im „ersten Schritt“ in den Umbau der ehemaligen Standortschießanlage investieren. Insgesamt würden aber wohl 2,3 Mio. Euro investiert, wie Jäger Rainer Diekmann sagte.

Neu gebaut werden soll eine Wurfscheibenanlage (besser bekannt als „Tontaubenschießen“) mit drei Trap-Skeet-Ständen. Der Schrotfangwall mit Lärmschutzwand soll 18 Meter von außen und 20 Meter von innen hoch sein. Ursprünglich sei nur ein Wall von 17,5 Metern Höhe vorgesehen gewesen.

Außerdem will man einen 100-Meter-Stand, einen 50-Meter-Stand („Laufender Keiler“), einen 35-Meter-Stand (mit 10+1- Schießbahn) und 25-Meter-Stände aus dem Bestand betreiben. Zur Sicherung würden Hochblenden eingebaut, so der Planer.

Die Schusszahl für die Wurfscheibenanlage dürfe 3000 pro Tag nicht überschreiten. Laut Antrag kann der Schießstand zwischen 6 und 22 Uhr betrieben werden.

Die Pläne für die Anlage seien deutlich abgespeckt worden, so die Bauherren. Die Anwohner in Ahlhorn fürchten dagegen mehr Lärm.

Von stefan Idel

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Ahlhorn „Eine Informationsveranstaltung, keine Protestveranstaltung“ wünschte sich Siegfried Dames, Vorsitzender des Bürgervereins, als er am Freitagabend rund 90 Bürger im Gasthaus Rönnau begrüßte. Doch das Thema des Abends, das geplante „Schießsportzentrum Ahlhorner Heide“, verbinden viele Bürger mit großen Sorgen. In seiner Funktion als Moderator hatte es Dames letztlich nicht leicht, die zum Teil hitzige Diskussion in ruhige Bahnen zu lenken. Nach mehr als zweistündiger Debatte kündigten mehrere Anwohner an, die Baupläne der Kreisjägerschaften Cloppenburg und Vechta notfalls vor Gericht stoppen zu wollen.

„Träume ausgeträumt“

Rainer Diekmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Cloppenburg und Sprecher der Betreibergesellschaft, sowie Diplom-Ingenieur Jürgen H. Voss, Schießstandplaner und beratender Ingenieur, erläuterten die Umbaupläne für die ehemalige Standortschießanlage der Bundeswehr. Diekmann wies darauf hin, dass Gemeinde wie Landkreis in allen Gesprächen klargemacht hätten, dass das Wohl der Bürger im Vordergrund stehe. Außerdem dürfe der Schießbetrieb die Entwicklung des Flugplatzes in keiner Weise gefährden. Auf Drängen der Firma Bunte habe die Jägerschaft die Pläne ändern und den Lärmschutz erheblich verbessern müssen, erklärte Diekmann. Freiwillig hätten sich die Jäger für ein „großes Verfahren“ – mit Beteiligung der Öffentlichkeit – nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) entschieden, so der 48-jährige Landwirt.

Ingenieur Voss erläuterte die Umbaupläne für das rund 11,42 Hektar große Areal anhand von Plänen. Vorbild für die Wurfscheibenanlage sei die Olympia-Anlage in München. Spezialmatten in dem erhöhten Wall würden 95 Prozent des Lärms absorbieren. Ohnehin sei die Schusszahl gegenüber den ersten Plänen auf ein Viertel reduziert worden. Voss: „Die großen Träume mit sportlichen Großveranstaltungen sind ausgeträumt.“ Mit der neuen Anlage sei man rechtlich auf der sicheren Seite, meinte Voss.

Gefahr durch Mülldeponie

Viele Bürger konnten die Argumentation nur schwer nachvollziehen. Die im Antrag an den Kreis formulierten Schusszahlen seien deutlich höher als die nun genannten 3000, so ein Kritiker. Ein Anlieger wies auf die Mülldeponie auf dem Gelände hin, die bei einem um zwei Meter tiefer gelegten Stand geöffnet werden müsse. Voss und Diekmann entgegneten, Bodenuntersuchungen der BiMa seien positiv verlaufen. Außerdem widersprachen sie der Darstellung, es gebe eine Förderung vom Bund oder dem Land.

Weitere Anwohner wiesen auf die erheblichen Schäden an der Straße „Zum Langen Moor“ hin, wenn dort während der Bauphase Hunderte von Lkw rollten. Die Reparatur zahle die Allgemeinheit. Die Umweltbelastung durch Bleischrote sei erheblich; ebenso die Lärmbelastung. Überhaupt sei unverständlich, warum die Jäger aus Cloppenburg und Vechta die Schießanlage nicht in ihren Landkreisen errichten würden. „Wir wären froh, wenn wir so eine Anlage in Cloppenburg oder Vechta hätten“, bemerkte Diekmann. Nach seinen Angaben lagen bis Freitag 30 Einsprüche gegen die Anlage in Ahlhorn vor. An diesem Montag, 14. Dezember, läuft die Einspruchsfrist ab. 3000 Schuss pro Tag auf der Wurfscheibenanlage




 



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