AHLHORN, 28. Juni 2010


Giftmüll und seltene Tierarten

Schießsportzentrum Fachanwalt Musch zeigt Wege zum Stopp des Projekts auf


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Sorgen sich um Lärmbelästigung (von links): Vereinsvorsitzender Peter Dobrunz, der Wildeshauser Anwalt Joachim Musch und Vera Palme von der Bürgerinitiative BILD: Peter Kratzmann  Bild vergrößern

Den Ahlhornern würde viel zugemutet, hieß es. Zeitzeugen sollen sich zur Mülldeponie äußern.

PK

Ahlhorn - Das geplante Schießsportzentrum Ahlhorner Heide der Kreisjägerschaft Cloppenburg in Ahlhorn auf dem Gelände der ehemaligen Standortschießanlage war am Freitagabend erneut Thema. Zu einem Informations- und Diskussionsabend hatten der Verein für Lebensqualität und die Bürgerinitiative „Ahlhorn ohne Schießlärm“ gemeinsam in das Dorfgemeinschaftshaus in Ahlhorn eingeladen. Rund 25 Bürgerinnen und Bürger fanden sich zu der Veranstaltung ein.

Rechtsanwalt und Notar Joachim Musch schilderte eingangs den Ist-Zustand nach Aktenlage und gab zugleich Anregungen, um den Neubau der Schießanlage zu verhindern. Auf Bundesebene gebe es mittlerweile Konzepte, die vorsehen, mit Blei und Arsen belastete Böden zu sanieren. Aber auch eine Erweiterung und die damit verbundene Lärmbelästigung müsse geregelt werden, erklärte der Wildeshauser Fachanwalt für Verwaltungsrecht. „Es ist sehr viel geforscht worden.“ Es gebe mittlerweile ein „Lärm­management“, das zu einer erheblichen Reduzierung der Schusszahlen führen würde, die mit 3000 Schuss pro Tag in der Zeit von 6 bis 20 Uhr enorm hoch lägen.

Der Anwalt hob hervor: „Bei der Antragstellung vor vier Jahren spielte das Lärmmanagement noch keine Rolle. Allerdings kennt der Landkreis das Konzept.“ Es fehle zudem eine Untersuchung über das Vorkommen seltener Tierarten. Dieses sei vor vier Jahren nicht gemacht worden. „Inzwischen geht dies aber so nicht mehr“, so Musch. Hier sieht der Anwalt weitere Ansatzpunkte, um den Neubau zu stoppen.

In der folgenden Diskussion, die Vera Palme, Sprecherin der Bürgerinitiative, und Peter Dobrunz, Vorsitzender des Vereins für Lebensqualität, leiteten, kamen aus der Zuhörerschaft auch andere Ansatzpunkte. So soll es zum Beispiel eine wilde Müllkippe auf dem Gelände der Schießanlage geben, die noch unter britischer Besatzung mit belastendem Müll verschiedenster Art gefüllt wurde. Luftaufnahmen und auch Zeitzeugen sollen existieren.

Dies wertete Musch als weiteren guten Ansatz: „Es ist wichtig, dass der Landkreis möglichst viele Sachverhalte erhält, damit er tätig wird und zu weiterführenden Untersuchungen kommt.“ Je mehr Einwände und je teurer diese die Schießanlage machten, desto unwahrscheinlicher werde auch die Realisierung des Vorhabens der Jägerschaft, hieß es dazu weiter.

Dobrunz betonte erneut, dass es nicht die Schießanlage allein sei, gegen die man antrete. In der Summe würde den Bürgern durch Nachtfluglärm, mehr Bahnverkehr durch den Jade-Weser-Port, neue Anschlussstelle für die Lkw-Anlage an der Autobahn 1 und die Schießanlage viel zugemutet.

Palme rief deshalb alle Bürger dazu auf, möglichst viele Zeitzeugen zu finden, um die wilde Mülldeponie zu belegen und den Landkreis so zum Handeln zu zwingen.

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