Nur 17 Grad in der Kinderkrippe
Dauerfrost Probleme auch mit Holzhackschnitzel-Heizanlage in Ahlhorner Schule
Bauhof-Mitarbeiter Uwe Moysich holt mit einem Greifer die zum Teil feuchten Holzhackschnitzel aus dem Bunker BILD: Klaus Derke 
von Klaus Derke
Großenkneten - 15 Grad minus in der Nacht, und auch am Tag ist es bibberkalt. Wohl dem, der eine gut funktionierende und energiesparende Heizung hat. „Jetzt könnten wir richtig sparen“, sagt Hausmeister Mario Kahlen. Doch die Holzhackschnitzel-Heizanlage an der Graf-von-Zeppelin-Schule in Ahlhorn geht fast alle 20 Minuten auf Störung. Dann hilft nur: In den Keller, Deckel auf und mit einem Stock die Zuführung wieder freimachen. Das geschredderte Holz ist offenbar zu feucht, hat durch den Frost, der in den unterirdischen Bunker gezogen ist, Klumpen gebildet.
Diese Klumpen irritieren wiederum die durch eine Photozelle gesteuerte Zuführung der Hackschnitzel zum Brenner. Die Anlage schaltet sich aus. Schulfrei gibt es wegen dieser Probleme nicht. Denn ein großer Gasbrenner springt ein, wenn es mit der Holzheizung nicht funktioniert. Gas ist aber teurer.
Brennmaterial zu feucht
Mit dem Dauerfrost kamen auch die Probleme. Da ein störungsfreier Betrieb der Hackschnitzel-Heizanlage nicht mehr möglich war, entschloss sich die Gemeindeverwaltung, das problematische, offenbar zu feuchte Brennmaterial aus dem Bunker zu holen und durch trockeneren Nachschub zu ersetzen, der laut Bauamtsleiter Erhard Schröder auf Abruf bereitsteht.
Die Graf-von-Zeppelin-Schule wurde bekanntlich mit hohem Aufwand energetisch saniert. Das werde sich deutlich bei der Heizkostenabrechnung bemerkbar machen, ist der Bauamtsleiter überzeugt, auch wenn zwischendurch mal der Gasbrenner einspringen muss.
Die Holzhackschnitz-Heizanlage ist seit September 2002 in Betrieb. 350 000 Euro kostete die Anlage. Als „wirkliche Alternative zu den fossilen Energiestoffen“ wurde die Heizung seinerzeit gefeiert. Die Gemeinde Großenkneten setzte damit frühzeitig auf die Nutzung regenerativer Energie.
Die Anlage war im Zuge der Sanierung ein Jahr außer Betrieb. Sie wurde modifiziert mit Speichern, die sich nachts aufheizen, um morgens Wärme abzugeben. Und sie lief seit Wiederinbetriebnahme im Herbst ohne Probleme mit genau dem Brennmaterial, das jetzt für Störungen sorgte.
21 Grad müssten es sein
Probleme gibt es seit der vergangenen Woche laut Bauamtsleiter Erhard Schröder auch mit der Heizung in der Kinderkrippe des evangelischen Kindergartens Regenbogenland in Großenkneten. Die von der Gemeinde angemieteten Räume lassen sich laut Schröder nur noch auf maximal 17 Grad erwärmen. Das ist zu wenig. Offenbar reiche die Isolierung des alten Gebäudes nicht aus, so Schröder. Zusätzlich wurden erst einmal Elektro-Radiatoren in den Krippenräumen aufgestellt. „Vielleicht bringt das etwas“, so Schröder. Wenn sich das Problem nicht lösen lasse, müsse nach einer alternativen Unterbringung der Krippenkinder gesucht werden. „Wir beobachten das jeden Morgen“, sagte Kindergartenleiterin Rosemarie Pfeifer. Sie verwies darauf, dass in einer Kinderkrippe mindestens 21 Grad Raumtemperatur erforderlich seien.
Kaum Salz verbraucht
Auf den Straßen gibt es dank des trockenen Frostes bislang keine großen Probleme. Der Bauhof der Gemeinde muss zurzeit kaum Salz streuen. Es wurde bislang wenig verbraucht. Aufgrund der schlechten Erfahrungen der vergangenen Winter, hat die Gemeindeverwaltung laut Bauamtsleiter Schröder das erste Mal Salz vorgekauft, das bei der Genossenschaft lagert. Wenn die Temperaturen steigen, Schnee oder Regen auf den gefrorenen Boden fallen, dann kann es sehr schnell sehr glatt werden. Dann wird das Salz gebraucht.
Straßenschäden durch den Frost sind zurzeit laut Schröder noch nicht offensichtlich. Gefährlich für die Straßen werde es auch erst, wenn bei Niederschlägen Wasser in vorhandene Risse eindringe und immer wieder neu gefriere. Bei dem derzeit trockenen Dauerfrost sei die Wahrscheinlichkeit von Straßenschäden hingegen geringer, so Schröder.
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