Feuerwehr hat ein Ziel: Die schnelle Hilfe
Neubau Ortsbrandmeister verärgert über die Standort-Diskussion – Optimale Lösung aus Sicht der Wehr
von Klaus Derke
Ahlhorn - Die von Ratsmitgliedern losgetretene Diskussion über den geplanten Standort des Feuerwehrhaus-Neubaus in Ahlhorn hat bei der Freiwilligen Feuerwehr für Verärgerung gesorgt. „Das Ehrenamt wird mit Füßen getreten“, sagte Ortsbrandmeister Carsten Rönnau auf dem Gesprächsabend „Ahlhorner Belange“. „Das hat auch etwas mit Lebensqualität zu tun, wenn die Feuerwehr den Menschen schnell helfen kann“, so Rönnau zu der Kritik am von der Feuerwehr favorisierten Standort auf dem Flugplatzgelände im Bereich Kirchstraße (NWZ berichtete).
Der anvisierte Standort liege mittig in Ahlhorn und sei von den Feuerwehrleuten von allen Seiten schnell zu erreichen, sagte Rönnau. Ziel sei es, innerhalb von drei Minuten ausrücken zu können, um schnelle Hilfe zu leisten.
Man habe sich seit mehr als zwei Jahren Gedanken über die optimale Lösung gemacht. Der Feuerwehr falle es schwer, ihren jetzigen Standort Visbeker Straße aufzugeben. Rönnau nannte die immensen Kosten für einen notwendigen Umbau bzw. die Erweiterung und die eingeschränkten Möglichkeiten der Weiterentwicklung am jetzigen Standort.
Deshalb favorisiere die Feuerwehr das zweite Modell, das neue Haus mit Unterstützung des Flugplatzeigentümers auf dem ehemaligen Fliegerhorst anzusiedeln. Dort sei genug Platz für Übungen und Dienste. Und auch für die Zukunft gebe es dort Raum für Erweiterungen. „Wer weiß, was in 20 Jahren ist“, so Rönnau.
Für die Zufahrt zum Gelände sind bei Alarmierungen laut Rönnau automatische Tore im Gespräch. Ein Großteil werde über die Ein- und Ausfahrt Nordwache abgewickelt. Dass Feuerwehrleute, die mit Fahrrad oder Auto zum Einsatz eilten, auch die Kirchstraße nutzten, sei notwendig, um schnell am Feuerwehrhaus zu sein. Und wenn bei einem Einsatz der kürzere Weg durch die Kirchstraße führe, dann werde auch dieser schon mal genommen, so Rönnau. Das sei die Ausnahme. Dass die Kirchstraße von der Feuerwehr als Zufahrt mitgenutzt werden soll, sieht unter anderem die evangelische Kirchengemeinde kritisch, wie Äußerungen von Pfarrer Mario Testa zu entnehmen war.
Die Feuerwehr sollte sich mit den Johannitern zusammentun, die ebenfalls Ausschau nach einem neuen Quartier hielten. Vielleicht wäre es ja möglich, gemeinsam an der Nordwache ein neues Domizil zu bauen, regte Horst Linke an.
Carsten Grallert (Unabhängige) hat folgenden Beschlussvorschlag für den Gemeinderat zur Diskussion gestellt: „Der Rat der Gemeinde Großenkneten spricht sich für den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Ortsfeuerwehr Ahlhorn aus. Ein Standort auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes Ahlhorn wird hierbei grundsätzlich befürwortet. Bei einer Standortsfestlegung sollte gewährleistet werden, dass die Erschließung über Hauptverkehrsstraßen erfolgt. Ein Neubau sollte so ausgelegt sein, dass neben der originären Fahrzeugausstattung auch ein seitens der Flugplatz Ahlhorn GmbH angeschafftes Großtanklöschfahrzeug untergebracht werden kann. In die Planungen ist auch die Fahrzeugbedarfsfrage einzubeziehen, die ein ,Upgrade’ der bisherigen Stützpunktfeuerwehr zu einer Schwerpunktfeuerwehr mit sich bringen würde. Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt, die Planungen auf Basis dieses Grundsatzbeschlusses fortzuführen und den Gremien zur weiteren Beschlussfassung vorzulegen. Die Belange der Feuerwehr sind hierbei zu berücksichtigen.“
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