Ein Stäbchen gegen trübe Laune
VORTRAG Maike Carls referiert vor Landfrauen über das Lachen
VON MARÉN BETTMANN
Harpstedt - Die meisten Frauen haben Lippenstift, Kamm und Spiegel in der Handtasche, nicht so Maike Carls: Für die Humor- und Kommunikationstrainerin aus Ostfriesland ist ein Essstäbchen ein unverzichtbares Utensil, ohne das sie nicht aus dem Haus geht. Was passiert, wenn man ein Essstäbchen quer zwischen die Zähne legt, erzählte die Diplom-Pädagogin für Erwachsenentherapie am Rosenmontag 145 Mitgliedern des Landfrauenvereins Harpstedt-Heiligenrode in ihrem Vortrag „Lachen ist gesund“.
„Wenn die Mundwinkel nach hinten gedrückt werden, passiert ganz, ganz viel im Körper. Unter anderem werden Glückshormone freigesetzt“, sagte Carls im Lämmerkoven und stützte sich dabei auf Erkenntnisse der Gelotologie, der Wissenschaft des Lachens. Die Anwendung des „Lachstäbchens“ demonstrierte die temperamentvolle Referentin den Landfrauen anhand einer Gabel, die einige Minuten zuvor noch der Aufnahme des Butterkuchens gedient hatte.
Auf launige Art und Weise erzählte Maike Carls, Mitglied im Verein „humorcare Deutschland“, einer Organisation, die sich der Humorpflege verschrieben hat, aus ihrem Leben. Wie hilfreich es im Alltag ist, auch über sich selbst lachen zu können, verdeutlichte Carls anschaulich an ihrer eigenen Person: „Ich bin blond, ich bin 50, bin in den Wechseljahren und eine Ostfriesin“, beschreibt sich die selbstständige Pädagogin gerne, wenn sie etwas nicht verstanden hat und nochmals erklärt haben möchte.
Dass Humor offenbar auch helfen kann, schlimme Krisen zu überwinden, machte Maike Carls ebenfalls an ihrem eigenen Schicksal deutlich. Nach einer schweren Krebserkrankung Anfang der 90er Jahre machte sie eine Psychotherapie. „Und Frauen, die eine Psychotherapie machen, kriegen manchmal Flausen in den Kopf“, so die Ostfriesin. Ihre bestanden darin, noch einmal ein Studium aufzunehmen. Seit sie dabei die „Provokative Therapie“, in der viel mit Lachen gearbeitet werde, kennenlernte, sei das auch ihr Thema. „Wenn Sie mal in einer Zeit sind, in der es nicht so dolle läuft, denken Sie an das Stäbchen. . .“, gab Maike Carls den Landfrauen mit auf den Weg.
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