Moderne Technik statt Kreidezeit
Bildung Schulzentrum Harpstedt arbeitet nun????? mit neuen digitalen Tafeln
Einführung in die Arbeit mit „Whiteboards“: Friedrich-Wilhelm Schalk (rechts) informierte die Lehrkräfte. BILD: Kretzer 
von Astrid Kretzer
Harpstedt - Das „Kreidezeitalter“ neigt sich dem Ende – zumindest in einigen Unterrichtsräumen der Haupt- und Realschule Harpstedt: In den Osterferien sind sechs Klassen- und Fachräume mit digitalen Tafeln, so genannten interaktiven Whiteboards, ausgestattet worden. Kamen die Lehrkräfte bislang in die Klasse, nahmen die Kreide auf und schrieben damit auf grünen Tafeln, so ist „Schreibwerkzeug“ nunmehr ein Spezialstift, mit dem helle Tafeln beschrieben und Tafelbilder bearbeitet werden können. Die „Whiteboards“ werden wie Bildschirme genutzt, indem per Computer und Beamer Unterrichtsinhalte darauf projiziert und bearbeitet werden. Das so an die Tafel Geschriebene kann gespeichert, gedruckt oder bei Bedarf etwa Schülern zur Verfügung gestellt werden, die eine Unterrichtsstunde versäumt haben. Vorbei die Zeit, da mit einem Wisch der Tafelanschrieb unwiderruflich weg ist: Das Tafelbild kann zur Wiederholung und Weiterverwendung jederzeit wieder aufgerufen werden. Und: Anders als bei der Kreidetafel können mittels Computer etwa Karten, Bildmaterial, vorgearbeitete Formeln eingearbeitet werden.
Eine Einweisung in die neue Medientechnik mit Laptop, Beamer und Receiver erhielten Lehrkräfte des Schulzentrums am Donnerstag von Friedrich-Wilhelm Schalk vom Produkthersteller Legamaster sowie Norbert Engelmann von der Thürnau Büro und Objekt KG. Insgesamt 25 Lehrerinnen und Lehrer – rund drei Viertel des Kollegiums – schnuppern laut Schulleiter Wolfgang Bleyer so in die Arbeitsweise hinein.
Ermöglicht wurde die mediale Aufrüstung durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II, ko-finanziert von der Samtgemeinde. Nach Internetzugängen in den Klassenräumen wurden Bleyer zufolge nunmehr sechs interaktive Systeme für gut 16 000 Euro angeschafft – und zwar vier höhenverstellbare digitale Wandtafeln samt Kurzdistanzbeamer (fest installiert im Medien- und in drei Klassenräumen), ferner zwei mobile technische Einheiten für den Computer- und den Physikraum. In diesen zwei Unterrichtsräumen werden vorhandene Tafeln genutzt, angeschafft wurden nur Spezialstift und der „intelligente“ Sender, der seitlich an der Tafelfläche befestigt wird und mit Ultraschall arbeitet. Eine Besonderheit des Systems, wie Engelmann erklärte: Verschiedene Flächen ließen sich so nutzen, die Größe der tafel werde nicht begrenzt.
Rektor Bleyer schätzt an den „Whiteboards“ die vielfältigen, interaktiven Einsatzmöglichkeiten. Um auch die Schülerschaft auf die neue Technik vorzubereiten, ist ein Rundbrief an sie gegangen, in dem zu verantwortungsvollem Umgang aufgerufen wird. Nun will die Schulleitung zunächst abwarten, wie die Technologie angenommen und genutzt wird. Ob Kreide und staubiger Schwamm einmal gänzlich Relikte aus vergangenen Zeiten sind? Ausschließen will es Bleyer nicht: „Vielleicht in ferner Zukunft.“
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