HARPSTEDT, 19. Januar 2012


Einblicke ins „Wunder von der Weser“

Wirtschaft 65 Gäste beim ersten Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft – Klaus-Dieter Fischer referiert


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Gelungene Premiere: Thea Alfken (von links), Stefan Wachholder, Gastredner Klaus-Dieter Fischer, Uwe Cordes und Hans-Werner Aschoff BILD: Astrid Kretzer  Bild vergrößern

Im Vortrag ging es um Fußball und Wirtschaft. Grußworte überbrachten Aschoff und Cordes.

von Astrid Kretzer

Harpstedt - Werbegemeinschaftsvorsitzender Stefan Wachholder war vorbereitet: Er hatte einen Blumenstrauß dabei. Natürlich in den Farben Grün-Weiß. Den konnte Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer nach seinem Vortrag bei der Aktiven Werbegemeinschaft Samtgemeinde Harpstedt mit heim an die Weser nehmen. Als Geburtstagsgruß für seine Frau, denn: „Ich habe zugesagt – aber hatte nicht aufs Datum geguckt“, erinnerte sich der Werderaner am Dienstag an die Anfrage. Trotz des familiären Anlasses nahm sich Fischer Zeit für einen gut 75-minütigen Vortrag über das „Erfolgsmodell Werder“ und Kundenbindung.

Fischer war Gastredner beim ersten Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft, der mit 65 Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik eine gelungene Premiere in der „Wasserburg“ fand. Warum diese Neuerung? Für Wachholder einfach: „Wir wollen unseren Mitgliedern etwas bieten.“ Neben etwa Verkaufsaktionen oder kulturellen Veranstaltungen sei es wichtig, „immer wieder auch die Gemeinschaft zu fördern“. Wachholder betonte die Rolle der heimischen Wirtschaft – nicht zuletzt angesichts des demografischen Wandels mit geringerer Mobilität im Alter: „Spätestens dann ist das Gewerbe vor Ort nicht mehr nur eine Option, sondern wird zur Notwendigkeit.“ Um indes Kunden zu bewegen, ihren Bedarf in der Samtgemeinde zu decken, müsse auch jedes Unternehmen sich hinterfragen und vorbereiten.

Auf neue Herausforderungen schwor auch Hans-Werner Aschoff von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis (WLO) die Unternehmer ein: Das Problem des Arbeits- bzw. Fachkräftemangels werde sich verschärfen: „Versuchen Sie, soweit es geht, eigenen Nachwuchs heranzuziehen, bilden Sie aus, gestalten den Betrieb attraktiv und tragen es nach drau-ßen.“



Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes würdigte in seinem Grußwort die Arbeit der Werbegemeinschaft, sie bereichere „das gesellschaftliche Leben in dieser Samtgemeinde“. Zugleich versicherte Cordes, die Unterstützung der mittelständischen Unternehmen der Region stehe auch auf der Agenda der Mitgliedsgemeinden – denn sie bedeuteten Arbeitsplätze, Steuereinnahmen „und damit Lebensqualität“.

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Und dann ging es um das „Wunder von der Weser“: Der nach   Fußballerfolgen geborene Begriff beziehe sich inzwischen auf viele Faktoren, leitete Fischer, Vereinspräsident und Mitglied der Geschäftsführung, seinen Abriss der sportlichen sowie wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte und der Organisationsstruktur Werder Bremens ein, wo gemeinnütziger Verein und Wirtschaftsunternehmen für den Profibereich nebeneinander arbeiten. Das mittelständische Unternehmen habe einen Jahresumsatz von 100 Mio. Euro, kräftig mehr noch bei Teilnahme an der Champions League. Steigende Mitgliederzahlen verzeichnet der Verein: gut 40 000 nach 3000 vor zehn Jahren – Folge eines Philosophiewechsels und ei-ner Fan-Kampagne auch mit Online-Anmeldungen. Weitere Zahlen, die Fischer nannte: ab 100 000 Internet-Zugriffe   täglich, 6 Mio. Fans, 44 Mannschaften („Wir wollen nicht nur Leistungsmannschaften, wir wollen Kinder von der Straße holen.“) sowie 350 Kontakte zu sozialen Partnern. Womit er eine weitere Seite Werders berührte, die soziale Verantwortung: „Die Jugend sieht auf Sport – da ist es wichtig, dass wir Zeichen setzen für Integration, Fairplay, Toleranz.“ So entstanden ein Programm für Integration und gegen Diskriminierung, das Fischer auch schon ins Harpstedter Schulzentrum führte, Partnerschaftsaktionen mit Schulen und Vereinen oder die SV Werder Bremen-Stiftung. Übers Gehörte austauschen konnten sich die Gäste anschließend bei einem Imbiss. Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom „Duo Acoustica“.






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