Zwei Großbrände in der Samtgemeinde Harpstedt
Feuerwehr Legehennenstall in Simmerhausen und Tischlerei in Harpstedt stehen fast zeitgleich in Flammen
Mit einem Großaufgebot bekämpften die Feuerwehren den Brand in einem Legehennenstall in Simmerhausen.Unter Atemschutz drangen die Feuerwehrleute in die brennende Tischlerei in Harpstedt ein. BILDer: BILD: Klaus DerkeKlaus Derke 
von Klaus Derke Und Marén Bettmann
Harpstedt - Zwei Großbrände haben am frühen Mittwochmorgen die Freiwilligen Feuerwehren aus der Samtgemeinde Harpstedt und umliegenden Gemeinden beschäftigt. In Harpstedt war zunächst um 3.15 Uhr ein Brand in einer Tischlerei an der Königsberger Straße (Gewerbegebiet Amtsacker) gemeldet worden. „Hierzu rückten fünf Ortswehren mit rund 60 Einsatzkräften aus“, berichtet Christian Bahrs, Pressesprecher der Samtgemeinde-Feuerwehren. „Nur eine halbe Stunde später lief ein weiterer Notruf bei der Leitstelle in Ganderkesee auf“, so der Kreispressewart der Feuerwehr, Uwe Arndt.
Neun Wehren im Einsatz
Nun rückten die Ortswehren Prinzhöfte-Horstedt und Klein Henstedt aus Harpstedt wieder ab und fuhren an die Straße „Stolzbruch“ in Simmerhausen, wo einer von drei Legehennenstall mit 19 000 Tieren in Flammen stand. Zu Hilfe kamen ferner die Wehren aus Groß Ippener, Wildeshausen, Brettorf, Neerstedt, Dötlingen, Ganderkesee und Hengsterholz-Havekost. Somit waren rund 100 Einsatzkräfte mit etwa 20 Fahrzeugen vor Ort, ebenso die SEG der Malteser Wildeshausen, die in ihren beheizten Zelten die Einsatzkräfte mit warmen Speisen und Getränken versorgten.
„Wir hatten Probleme mit der Löschwasserversorgung“, bedauerte Peter Beckmann, Ortsbrandmeister in Prinzhöfte-Horstedt. Aufgrund der niedrigen Temperaturen seien Schächte der Unterflurhydranten festgefroren gewesen. So musste ein Kilometer Schlauch verlegt werden, um die Wasserversorgung sicher zu stellen. Im Legehennenstall verbrannten 4000 Tiere, die übrigen 15 000 mussten notgeschlachtet werden. Der Gesamtschaden beträgt hier eine Million Euro.
In Harpstedt waren die Löscharbeiten etwa um 9 Uhr beendet worden, gegen 13.45 Uhr wurde noch einmal nachalarmiert, weil erneut Rauchschwaden aufstiegen. „Ursache waren die Reste eines ehemaligen, zweieinhalb Meter tiefen Spänebunkers in der Tischlerei, den wir dann noch einmal geflutet haben“, so Harpstedts Ortsbrandmeister Eric Hormann. Der Sachschaden hier betrug etwa 40 000 Euro.
Technische Defekte
Beide Brände wecken Erinnerungen an die Brandstifter-Serie vor fast genau einem Jahr zwischen Kirchseelte und Wildeshausen. Die Polizei geht jedoch nach den bisherigen Ermittlungen in beiden Fällen von einem technischen Defekt als Ursache aus. Unter den Dötlinger Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr befanden sich auch einige Zusteller der Nordwest-Zeitung. Daher war bei einigen unserer Leser in der Gemeinde Dötlingen am Donnerstagmorgen die Zeitung nicht zur gewohnten Stunde im Briefkasten.
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