Landwirte warten auf die Sonne
Winterwetter Spargel und Kartoffeln in diesem Jahr später – Schneedecke schützt
Warten auf die Sonne: Kurz vor dem erneuten Schneefall hat Fred Eickhorst seine Erdbeeren noch unter die Folie gebracht. BILD: Christian Korte 
von Christian Korte
Sandhatten - In den vergangenen Wochen hat Fred Eickhorst viel Gelegenheit gehabt, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die sonst liegen bleiben. „Vor allem im Büro haben wir viel aufgearbeitet. Es blieb aber auch mehr Zeit für Privates, aufgeschobene Arztbesuche, längere Saunabesuche, mehr Sport.“
Auf seinem Hof in Sandhatten, auf den Erdbeer-, Spargel und Kartoffelfeldern war in den Wochen mit strengem Winterwetter deutlich weniger zu tun. Die Vorbereitung der Frühkartoffeln beispielsweise wäre in normalen Jahren längt in vollem Gange und auch beim Spargel würden die Arbeiten eigentlich längt laufen. Der erste Spargel, da ist sich Eickhorst sicher, wird in diesem Jahr später gestochen als in den vergangenen Jahren üblich. Andere Pflanzen könnten, wenn das Wetter sich ändert, ihre „Verspätung“ auch ganz schnell wieder aufholen.
„Was wir brauchen ist Sonne“, sagt der Landwirt. „Höhere Temperaturen allein reichen nicht aus, wenn es ständig wolkig bleibt.“ Vor allem die Pflanzen, die unter Folie heranwachsen, profitieren davon am meisten, wenn die Sonne direkt auf die Folie strahlt. Auf dem Hof Eickhorst sind jetzt zumindest die Erdbeerpflanzen schon damit abgedeckt. Die wenigen schneefreien Tage haben gerade gereicht. „Eine halbe Stunde bevor wieder Schnee gefallen ist, waren wir fertig“, sagt Eickhorst.
Überhaupt sei es vor allem die fehlende Sonne gewesen, die in einigen Bereichen zu Problemen geführt habe. „Wir hatten schon kältere Winter, dieser war nur extrem lang und sehr dunkel.“ Schwierigkeiten hätten die Kollegen gehabt, die ihre Gülle nicht auf die Felder fahren konnten. Das ist bei gefrorenem Boden und Schnee eigentlich nicht zulässig, wegen der extrem langen Frostperiode habe es aber Ausnahmegenehmigungen gegeben.
Große Schäden an Pflanzen habe es im Winter wohl nicht gegeben, sagt Eikhorst. Die Schneedecke habe vor allzu extremen Temperaturen geschützt.
Zu kämpfen hatte der Landwirt und Direkvermarkter eher dort mit dem Winter, wo er alle Menschen mittlerweile nur noch nervt: In den Orten und Städten. „Zwei von den drei Märkten auf denen wir regelmäßig verkaufen sind wegen des Wetters für zehn Wochen komplett ausgefallen.“
Für die kommenden Wochen setzt Fred Eickhorst auf einen Wetterwechsel: „So wie es aussieht ist bald Schluss mit dem Frost.“
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