Angehende Profis rücken Kultur ins richtige Licht
Wettbewerb 27 Auszubildende gestalten Flugblätter für Frühlingsprogramm – Viel Lob für kreative Ideen
Gewinner: Katharina Rausch, Marvin-Lee Thoben und Jennifer Meyer (vorne, von links) haben die besten Entwürfe gestaltet. Bürgermeisterin Elke Szepanski und Marianne Vieler-Bargfeldt überbrachten Christine Famulla (2. Reihe von links) und ihren Schülern die Entscheidung. BILD: Christian Korte 
von Christian Korte
Hatten - Welche Gemeinde kann es sich leisten, für die Gestaltung eines Veranstaltungsprogramms gleich 27 professionelle Entwürfe einzuholen? Die notorisch klamme Gemeinde Hatten eigentlich kaum – es sei denn, die Profis sind noch in der Ausbildung und machen aus der Gestaltung des Flyers einen Wettbewerb. Das hat eine Klasse von angehenden Mediengestaltern des Bildungszentrums für Technik und Gestaltung an der Oldenburger Ehnernstraße getan. Lehrerin Christine Famulla hatte über eine Kollegin Kontakt zur Gemeinde aufgenommen und vorgeschlagen, die Flugblätter für das Frühlings-Kulturprogramm von ihren Schülern gestalten zu lassen.
Die Gemeinde nahm dieses Angebot dankend an. In zwei Terminen mit der Kulturbeauftragten Marianne-Vieler Bargfeldt haben die Auszubildenden sich seit November über die Wünsche der Gemeinde informiert und anschließend ihre Vorschläge abgegeben.
In mehreren Durchgängen hatten Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung dann ihre Favoriten unter den 27 Vorschlägen herausgesucht – was gar nicht einfach war, wie Bürgermeisterin Elke Szepanski am Mittwoch erklärte. Sie war mit Marianne Vieler-Bargfeldt nach Oldenburg gefahren um die drei besten Entwürfe zu prämieren.
Den Siegerentwurf hat Marvin-Lee Thoben gestaltet. Der Flyer des 24-Jährigen wird für das Frühlings-Kulturprogramm verwendet und soll Basis für die künftigen Präsentationen des Vier-Jahreszeiten-Kulturprogramms werden. Die Gemeinde prämierte den Entwurf außerdem mit 100 Euro und einem Geschenk. 60 Euro bekam Katharina Rausch (20) für den zweiten, 40 Euro Jennifer Meyer (21) für den dritten Platz.
Die Auswahl sei wirklich schwer gefallen, sagte die Bürgermeisterin. „Wir können viel von euch lernen“, lobte sie die Azubis. Alle Entwürfe seien optisch toll gewesen, die Entscheidung habe letztlich die Frage gebracht, ob die Optik zu den Kulturveranstaltungen der Gemeinde passe und ob die Daten übersichtlich präsentiert wurden.
Stolz auf ihre Schüler und zufrieden mit dem Projekt war Christine Famulla. „Die wenigsten Azubis haben im Berufsalltag diesen Kundenkontakt“, erklärte sie. „Und fiktive Projekte, wie wir sie sonst machen können, bringen diese Erfahrung nicht. Der Sieg bei so einem Projekt macht sich auch gut im Lebenslauf.“
Die angehenden Mediengestalter brannten am Mittwoch nicht nur darauf, das Ergebnis zu erfahren, sie hatten auch Spaß an dem Wettbewerb, in den sie alle viel Arbeit investiert hatten. „Es war spannend, das ganze Projekt von der Idee bis zur Umsetzung selbst und in Eigenregie umzusetzen“, fand Katharina Rausch.
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