HUDE, 24. November 2009


Frivoler Kästner und kulinarische Genüsse begeistern

LESUNG Gelungene Mischung überzeugt die Besucher in der voll besetzten Klosterschänke


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Zwei Kenner stellen Erich Kästner vor: Inge und Christian Glaß lesen in der Klosterschänke. BILD: ULRIKE JOHANNSMANN Bild vergrößern

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Hude - Fragt man, was Menschen zu dem Namen „Erich Kästner“ einfällt, so werden fast immer Titel seiner Kinderbücher genannt. „Emil und die Detektive“, „Das fliegende Klassenzimmer“, „Das doppelte Lottchen“ – fast jeder hat mindestens eins dieser Bücher in seiner Kindheit gelesen. Doch Erich Kästner war nicht nur erfolgreicher Kinder- und Jugendbuchautor, er war zugleich auch Moralist, Satiriker und Humorist.

Davon erzählten Dr. Christian Glaß und seine Frau Inge Glaß in der Klosterschänke, musikalisch begleitet von Andreas Einhorn an der Gitarre.

Zu diesem „kulinarisch-literarischen Abend mit besinnlichen, politischen und frivolen Texten“ Erich Kästners hatte die regioVHS Ganderkesee-Hude eingeladen. Die Veranstaltung war mit 75 Besuchern wenige Tage nach Ankündigung restlos ausverkauft, wie Ingrid Mohr von der VHS berichtete. Mohr kümmerte sich an dem Abend um „ihre Kästner-Fans“, teilte Tische zu, gab Sitzkarten aus.

Glaß gab einen kurzen Überblick über den bewegenden Lebenslauf des berühmten Autors, beginnend in Dresden, wo Kästner 1899 geboren wurde. Kästner war neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit Theaterkritiker und freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen. Während der Nazizeit hatte er Publikationsverbot, blieb jedoch in Deutschland. Von 1945 bis zu seinem Tode lebte Kästner in München und war dort unter anderem Feuilletonchef der „Neuen Zeitung“. Er starb am 29. Juli 1974.

Anschließend ließ Glaß den Autoren Erich Kästner dann selber zu Wort kommen. In seinem 1930 verfassten Gedicht „Kurzgefasster Lebenslauf“ schreibt Kästner: „Nun bin ich zirka 31 Jahre, und habe eine kleine Versfabrik.“ Und weiter: „Ich setze mich gerne zwischen Stühle. Ich säge an dem Ast, auf dem wir sitzen.“

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Die literarischen Darbietungen wechselten sich mit den kulinarischen ab, das Drei-Gänge-Menü wurde sozusagen in den Pausen serviert. Ein Besucher-Ehepaar hatte selbige Veranstaltung bereits vor zwei Jahren in Ganderkesee genossen, allerdings ohne Drei-Gänge-Menü. Von dem kulinarischen Hochgenuss in der Klosterschänke in Verbindung mit dem literarischem Hörgenuss waren beide ebenso wie die übrigen Gäste sehr angetan. Es zeigte sich mal wieder: Die Mischung macht’s.


 



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