HUDE, 7. Dezember 2009


Heißer Met wärmt kalte Besucherhände

MITTELALTERMARKT Tross der „Fogelvreien“ macht wieder Station bei der Huder Klosterruine


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Entführten ins Mittelalter: Die Frauen und Männer vom „Tross der Vogelfreien“ mit Mitarbeiterinnen der Touristik-Palette und Bürgermeister Axel Jahnz (hinten Mitte). BILD: JOHANNSMANN Bild vergrößern

GAUKLER, SCHERGEN UND HANDWERKER ENTFÜHRTEN DIE GÄSTE INS MITTELALTER. DIE KAMEN TEILWEISE VON WEIT HER.

VON ULRIKE JOHANNSMANN

HUDE - In längst versunkene Zeiten konnten die Besucher am Wochenende bei der Huder Klosterruine eintauchen. Mehr als zwei Dutzend Gewerke sowie 80 Gaukler, Schergen und Akteure aus dem „Tross der Fogelvreien“ nutzten den Klosterbezirk in Hude zwei Tage lang als stilechte, historische Kulisse für ihre Darbietungen.

Johannes Faget, der „Herold“ der „Fogelvreien“, hatte im Auftrag der Touristik-Palette und der Klosterschänke mit Unterstützung der Gemeinde Hude am zweiten Adventswochenende zu einer Zeitreise ins Mittelalter eingeladen. Eine Posaune kündete Sonnabendnachmittag vom Einzug der Honoratioren der Stadt, Faget begrüßte die Huder Bürgerinnen und Bürger mit den Worten „So seid willkommen, ihr seid dem Ruf der Boten gefolgt und habt euch eingefunden am Kloster zu Hude“.

Bürgermeister Axel Jahnz erschien in stilechter, dunkelroter Robe, die er sich seinerzeit bei Amtsantritt für das erste Spektakulum, welches es für ihn zu eröffnen galt, hatte maßschneidern lassen. Der „1. Bürger“ begrüßte das Volk von Hude „und die gewanderten Gäste aus den Nachbarschaften“ und lud sie ein zu einer „Zeitreise ohne Zeitmaschine“.

Er dankte in seiner Ansprache Margaretha von Witzleben für die Bereitstellung ihres Gartens, in dem eine Bühne für die Musikanten und Gaukler aufgebaut war, sowie dem Verein „Freunde des Klosters Hude e.V.“, die Museums-Führungen und Führungen durch die beleuchtete Klosterruine ermöglichten. Anschließend forderte Jahnz die Besucher auf, „das Handwerk zu bewundern“, wünschte „dem Spektakel einen guten Verlauf“ und schloss seine Ansprache mit den Worten „und nun bringt mir den Met“.

Die zahlreichen Besucher des mittelalterlichen Marktes kamen teilweise von weit her angereist, um sich trotz Nässe und Kälte dem Zauber des Spektakels hinzugeben. Und da im Mittelalter bekanntermaßen gut Feiern war, war auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. An der „Weintaverna zur dicken Berta“ gab es heißen Met, an dem Trinkhorn konnte man sich die Hände wärmen.

Aber auch die Darsteller hatten keine Wege gescheut, um in Hude mit dabei zu sein. Die beiden weiblichen Schergen Anne und Hilde aus Berlin waren Sonnabendmorgen um 5 Uhr gestartet, um rechtzeitig bei dem Spectaculum in Hude für Ruhe und Ordnung sorgen zu können. Auf Hude hatten sie sich besonders gefreut, weil „dieser Platz an der Klosterruine einfach mystisch und magisch ist“. Auch Jörg Sattler, bei dem der Name Programm ist, hatte einen weiten Weg. Der Sattler aus dem Wendland kam eigens in den Klosterort gereist, um den geneigten Besuchern das alte Handwerk der Lederbearbeitung, insbesondere das Punzieren, zu zeigen.

Die „Mönche“ Rudolf Nowak und Klaus Rademacher luden mit Fackeln ein zu einem mystisch-schaurigen Spaziergang durch die beleuchtete Klosterruine, dank „moderner Hilfsmittel“ konnte das Gelände mit Gregorianischen Mönchs-Gesängen beschallt werden. Die mittelalterlichen Musiker rundeten das Gesamtbild mit sakraler Musik und Pilgerliedern aus dem Mittelalter ab.

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