Schlichten ist besser als richten

SCHIEDSAMT Ursula Weißgerber und Lutz Walk leisten Beitrag zum „Frieden im Ort“


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Blumen und Urkunde gab es sowohl für den scheidenden Schiedsmann Hans-Hermann Ahlers (Mitte) als auch für seine Nachfolger Ursula Weißgerber (links) und Lutz Walk (rechts). Bürgermeister Axel Jahnz (hinten, von links) und Verwaltungs-Vize Wolfgang Martens dankten für das ehrenamtliche Engagement. BILD: STEPHAN ONNEN Bild vergrößern

DER BISHERIGE SCHIEDSMANN HANS-HERMANN AHLERS WURDE NACH MEHR ALS 20-JÄHRIGER TÄTIGKEIT VERABSCHIEDET. ER KAM AUF EINE 90-PROZENTIGE ERFOLGSQUOTE.

VON STEPHAN ONNEN

Hude - Hängt ein Ast über die Grundstücksgrenze, hat der Nachbar das Kind angebrüllt, wird jemand beleidigt oder handgreiflich, schwelt seit Generationen ein Streit um des Kaisers Bart – das sind die Themen, um die sich Hans-Hermann Ahlers in den vergangenen 20 Jahren als Schiedsmann gekümmert hat. Zehn Jahre stand ihm dabei zuletzt Ursula Weißgerber als Stellvertreterin zur Seite. Nun überlässt er ihr ganz das Feld: Ahlers zieht sich auf eigenen Wunsch zurück: „Es müssen jetzt mal andere ’ran“. Nach der Wahl durch den Gemeinderat und die Bestätigung durch das Amtsgericht Oldenburg rückt Ursula Weißgerber zur „Schiedsperson“ auf, Lutz Walk übernimmt den Posten des Stellvertreters. Beide sind für die Dauer von fünf Jahren bestellt worden.

Entlastung für Gerichte

Bürgermeister Axel Jahnz bedankte sich am Montag in einer kleinen Feierstunde im Rathaus dafür, dass es engagierte Bürger gibt, die dieses schwierige Ehrenamt auf sich nehmen und die ohnehin überlasteten Gerichte vor einer Prozessflut bewahren.

Vor den Schiedsleuten wird kein Urteil gesprochen, hier gibt es keinen Sieger und keinen Besiegten, sondern den Versuch, in einer entspannten Atmosphäre eine unbürokratische Einigung zu erzielen, mit der beide Seiten leben können. Dies ist Hans-Hermann Ahlers bei den 20 bis 25 Auseinandersetzungen, mit denen er es im Schnitt pro Jahr zu tun bekommen hat, mit großem Erfolg gelungen: „Ich habe als alter Huder den einen oder anderen Fall lösen können“, sagt der 66-Jährige bescheiden. Tatsächlich liegt seine Erfolgsquote bei 90 Prozent.

Künftig mehr Arbeit

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Dabei hat er eng mit Gemeindeverwaltung, Polizei und Ursula Weißgerber zusammengearbeitet. Seine bisherige Stellvertreterin und jetzige Nachfolgerin erwartet künftig noch mehr Arbeit: Das neue Schlichtungsgesetz in Niedersachsen beschert Schiedsleuten einen erweiterten zivilrechtlichen Aufgabenkatalog. Durch ihren Beruf als Sozialarbeiterin verfügt die 59-Jährige über Einfühlungsvermögen und Erfahrung im Umgang mit Konfliktsituationen. Das gilt auch für ihren Stellvertreter Lutz Walk. Der (mittlerweile pensionierte) 66-jährige Professor war Dozent an der Hochschule Bremen im Fachbereich Sozialwesen. Seine künftige Aufgabe sieht er als „Beitrag für den inneren Frieden im Ort.“

Bei Bedarf ist Ursula Weißgerber unter 0173/35 35 937 zu erreichen, Lutz Walk unter 04408/14 81.


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09.02.2010
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