Vorentwurf lässt viele Fragen offen
Tunnel-Neubau Ausschuss schickt Bebauungsplan in die Warteschleife – Verkehrsprognose unzureichend
von Stephan Onnen
Hude - Was Diplom-Ingenieur Michael Meier (NWP Planungsgesellschaft) am Mittwoch dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt als Vorentwurf für den Bebauungsplan Nr. 84 vorstellte, war Wasser auf die Mühlen der Skeptiker der „großen Lösung“ mit Tunnel-Neubau und Kreisverkehr: Wegen einer Vielzahl von ungeklärten Fragen schickten die Ausschussmitglieder den Ausbau der Kreuzung K 226/Hohe Straße/Burgstraße in die Warteschleife.
Offen in der von Meier vorgestellten Verkehrsprognose blieben beispielsweise die Auswirkungen auf die Parkstraße, die sowohl Heiko Aschenbeck (SPD) als auch Rolf Schote (FDP) festgestellt wissen wollten. Auch die bohrende Frage von Siegfried Mlinarzik (Aktionsgemeinschaft für Hude), der als beratendes Mitglied dem Ausschuss angehört, ob die Kreisel-Planung tatsächlich die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern verbessert, blieb unbeantwortet. Um zum Schul- und Sportzentrum am Huder Bach zu gelangen, müssten Radler, die künftig durch den alten Tunnel auf den Kreisel geleitet werden sollen, mehrmals die Straßen kreuzen. „Die Straßenbauverwaltung hat das Thema auf dem Schirm“, antwortete Meier.
Das war gestern die Crux: Die Kreisverkehrsplanung, die Meier als Kern des Bebauungsplanes vorstellen musste, stammt von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die war in der Sitzung nicht vertreten, soll fehlende Informationen nun aber nachliefern, auch wenn sich das Verfahren dadurch weiter verzögert. „Qualität geht vor Zeit“, so SPD-Fraktionschef Heiko Aschenbeck. Ehe der Vorentwurf in die Bürgerbeteiligung geht, müsse eine Gesamtbetrachtung vorliegen. Die soll beim nächsten regulären Ausschuss-Termin am 7. April oder auf einer Sondersitzung erörtert werden.
Dabei soll auch das Problem der Umleitungsstrecke beleuchtet werden. Meier erläuterte, dass insgesamt von einer 88-wöchigen Bauzeit auszugehen ist, wobei die Zufahrten aus Richtung Süden und Osten 37 Wochen lang gesperrt sind. Zur Umleitung gebe es im Verkehrsgutachten keine Aussagen, sagte Meier. Bürgermeister Axel Jahnz betonte, der Hurreler Weg sei dafür nicht geeignet.
Carsten Möhlenbrock (CDU) avisierte den zahlreichen Zuhörern in der Mensa der Peter-Ustinov-Schule eine „viel umfassendere Bürgerbeteiligung als bisher üblich“. Anstelle einer abendlichen Bürgerversammlung schwebt ihm ein stark „dialog-orientiertes Verfahren“ vor.
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