HOLLE, 13. März 2010


Votum beflügelt die Windpark-Betreiber

Energie Ausschüsse geben grünes Licht für sieben Anlagen nahe Holle – Investitionsvolumen beträgt 28 Millionen Euro


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Sieben Windkraftanlagen vom Typ Enercon E-82 BILD: dpa  Bild vergrößern

Die sieben Anlagen haben eine Höhe von jeweils 180 Metern. Baubeginn soll im Herbst sein.

von Stephan Onnen

Holle - Eine Menge Lesestoff für die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt: Gut 200 Seiten dick ist allein der Umweltbericht zur Flächennutzungsplanänderung und Aufstellung des Bebauungsplanes für den „Windpark Holle“. Weitere 80 Seiten umfasst eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung, die sich mit den Auswirkungen des Vorhabens auf Vogelarten und Fledermäuse befasst. Die Akribie der Planer scheint sich gelohnt zu haben: Einstimmig gab der Fachausschuss beiden Entwürfen grünes Licht, am Donnerstagabend folgte der Verwaltungsausschuss diesem Votum, von dem sich nun auch der Windpark-Betreiber, die Neue Energie GmbH, beflügelt fühlt.

Vorgesehen ist, dass der Gemeinderat den Bebauungsplan am 17. Juni als Satzung beschließt. Neue Energie-Geschäftsführer Jens Worreschk peilt als Baubeginn für die sieben Windkraftanlagen den Herbst an. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt 28 Millionen Euro. Zunächst werden Wege und Fundamente hergestellt, im neuen Jahr folgen, sobald die Witterung es zulässt, Türme und Rotoren. Gebaut werden Anlagen vom Typ Enercon E-82 mit einer Höhe von jeweils 180 Metern (vom Boden bis zur oberen Rotorspitze) auf einer Fläche zwischen Holle und dem Holler Moor. Dieses Areal weist laut Standortanalyse der Gemeinde Hude die beste Eignung für die Konzentration von Windkraftanlagen auf. In Sichtweite befindet sich der bereits bestehende Windpark auf dem Gebiet der Gemeinde Berne.

Südöstlich der geplanten Windparkfläche liegt das Naturschutzgebiet Holler- und Wittemoor – hierzu wird ein Abstand von 200 Metern eingehalten. Damit folgen die Planer den vom Niedersächsischen Landkreistag veranschlagten Pauschalabstand. Vertiefende Untersuchungen und Detailkartierungen hätten ergeben, dass keine größeren Abstände erforderlich seien. Im Naturschutzgebiet seien keine Vorkommen „Windkraft-empfindlicher Tierarten“ festgestellt worden. Auch für Kraniche, die nach Angaben der Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg im betreffenden Gebiet in 2009 wiederholt gesichtet wurden, seien „keine erheblichen Beeinträchtigungen“ zu erwarten.

Erschlossen werden soll der Windpark von der Landesstraße 866 (Holler Landstraße) aus über den gemeindeeigenen „Wirtschaftsweg Nr. 5“. Im Kurvenradius sind während der Bauphase vorübergehend zusätzliche Befestigungen vorgesehen.

Um Beeinträchtigungen durch die nächtlichen Warnlichter der Anlagen zu reduzieren, werden die Rotoren wie im Windpark Hurrel, den ebenfalls die Neue Energie GmbH betreibt, mit Sichtweitenmessgeräten ausgestattet, die die Beleuchtungsintensität den jeweiligen Sichtweiten anpassen. Derzeit wird an einer Steuerung der Beleuchtung durch Transpondersignale gearbeitet, die Flugzeuge aussenden. Dazu bedarf es indes einer Änderung des Luftfahrtbundesgesetzes. „Sobald das durch ist, werden wir sowohl die neuen Anlagen in Holle als auch den Windpark Hurrel damit ausrüsten“, kündigt Jens Worreschk an.

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