Training für den „Schlabbermuskel“
Fitnessstudio Landfrauenverein Wüsting testet Geräte - Gesundheit und Spaß im Vordergrund
Aus Spaß an der Freude: Sieben Mitglieder des Landfrauenvereins Wüsting hat es ins Fitnessstudio nach Hude gezogen. BILD: Martin Fitzl 
von Martin Fitzl
Hude - Beinpresse, Hyperextension, Scottcurlbank - besonders vertrauenerweckend klingen die Namen der Geräte im TV-Fitnessstudio in Hude nicht gerade. Die sieben Damen des Landfrauenvereins Wüsting lassen sich davon allerdings nicht beeindrucken. Geduldig und interessiert hören sie sich an, wie Studioleiterin Steffi Koch und Mitarbeiter Leon Zdarsky reihum die Funktionen der Geräte erklären und vorführen.
Für die Damen ist es eine Premiere. So etwas hatten sie bislang noch nicht gemacht. „Wir haben uns gedacht, viele Frauen gehen nicht allein ins Fitnessstudio, sondern mit Frauen, die sie kennen“, erklärt Lore Spreen die Idee hinter der Aktion.
Radfahren als Einstieg
„Es geht ums Ausprobieren“, sagt Lore Spreen. „Wir machen das aus Spaß an der Freude.“ Aber nicht nur: Fit bleiben, etwas für die Gesundheit tun, Muskeln aufbauen, auch das sei wichtig, sagen ihre Freundinnen.
Zunächst ist aber Radeln angesagt. Als die Gruppe auf den Fahrrädern sitzt, schaut Steffi Koch zufrieden in die Runde: „Alles bewegt sich.“ Noch hält sich die Arbeit in Grenzen, für die meisten der Damen gehört Radfahren zum Alltag.
Wild drauflos trainiert wird nicht: Steffi Koch und Leon Zdarsky nehmen Rücksicht auf Rücken- oder Hüftprobleme, alles geschieht unter Anleitung und Aufsicht. „Wir geben jedem, was zu ihm passt.“ Das Studio ist auf Gesundheits- und Präventionssport spezialisiert.
Dann geht es los: Gegen krumme Haltung durch zu viel Büroarbeit gibt es den „Reverse Butterfly“, auch Bizeps, Beine oder Bauch werden an eigenen Geräten trainiert. Die Landfrauengruppe nimmt es locker und lässt es sanft angehen. Gewichte werden bewegt, auf „halben Bällen“ wird lächelnd balanciert.
Klassische Frauenübung
Besonderen Wert legt Steffi Koch auf das Training des „Schlabbermuskels“, wie sie den Trizeps mit einem Augenzwinkern nennt. „Das ist die klassische Übung, die jede Frau machen möchte“, sagt sie. „Männer sind mehr am Aufbau ihrer Brustmuskulatur interessiert.“ Also trainieren die Damen den Trizeps, angefeuert von Steffi Koch: „Da geht aber noch ein Gewicht“, sagt sie - und tatsächlich: Es geht noch eines.
Sorge um Muskelkater haben die Damen nicht, und wenn sich eine der Frauen um die klischeehaften baumstammdicken Arme und Beine der Bodybuilder Gedanken machen sollte, wird sie ebenfalls von Steffi Koch beruhigt: „Wie Popeye geht hier keiner raus, keine Sorge.“ Das brauche ewig und gehe nicht von heute auf morgen. Die Muskeln gewöhnen sich aber an die Arbeit. Beim nächsten Mal wären schon mehr Gewichte und längere Trainingszeiten an den Geräten nötig.
Gelohnt hat sich die Aktion in Hude am Ende nicht nur für die Muskeln. Auch die Damen des Landfrauenvereins Wüsting sind zufrieden mit dem Besuch im Huder Fitnessstudio. Die Wangen sind etwas röter, und die Damen um eine Erfahrung reicher.
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