Sonderpreis für Fischereiverein Wüsting
Wettbewerb Pläne zum Umbau der Sieltore am Hemmelsbäker Kanal prämiert
Hindernis für Fische: An den Sieltoren am Hemmelsbäker Kanal soll nach Plänen des Fischereivereins Wüsting ein Torflügel geöffnet werden. BILD: Fischereiverein Wüsting 
Wüsting - Auszeichnung für den Fischereiverein Wüsting: Die Pläne zum Umbau der Sieltoreinstellungen am Hemmelsbäker Kanal haben bei dem Wettbewerb „Bach im Fluss“ einen Sonderpreis erhalten. Dieser Gewässerwettbewerb wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz sowie der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens ins Leben gerufen. Er soll engagierte Menschen belohnen, die sich für Fließgewässer einsetzen.
Unter den 44 Wettbewerbsbeiträgen wurden die Wüstinger als einer von insgesamt acht Preisträgern ausgewählt. Sie erhalten ein Preisgeld von 250 Euro. „Das Geld ist sekundär. Wichtig ist, dass wir Bestätigung für unsere Arbeit bekommen haben“, sagte Wolfgang Mertins, der 1. Vorsitzende des Fischereivereins Wüsting. Er hatte in einer Mitteilung des Landesfischereiverbandes Weser-Ems von dem Wettbewerb gelesen und sich einfach mal beworben. Am Mittwoch erfuhr er von dem Erfolg.
Preis für Tückerverein
Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Tückerverein Goldenstedt zusammen mit der Hunte-Wasseracht für die Renaturierung der Ellenbäke. Er erhält 1000 Euro. Gewinnerin des Wettbewerbs ist die Stadt Melle.
Der Fischereiverein Wüsting will in Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsverband die Sieltore am Hemmelsbäker Kanal umbauen, um den Fischbestand zu vergrößern. Vor dem Einbau der Sieltoranlage zum Hochwasserschutz sei der Kanal tideabhängig gewesen. Dies habe sich danach geändert, weil jetzt kein Wasser von der Hunte mehr einlaufen könne, so Mertins. „Bei auflaufendem Wasser schließen alle Sieltore den Kanal sofort ab.“ Somit gebe es an dieser Stelle auch keine Wandermöglichkeit für Fische mehr, beklagte der Vorsitzende.
Der Fischereiverein Wüsting hat daher mit einem Ingenieurbüro einen Plan erarbeitet, um den Kanal wieder tideabhängig zu machen. Unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes soll demnach ein Torflügel trotz auflaufenden Wassers in der Hunte geöffnet bleiben und erst bei einem festgesetzten Wasserstand schließen. Dies sei laut Planungen mit einem Federsystem zu erreichen. „Das wäre die beste Lösung. Dann könnten die Menschen wieder an das Wasser gehen und einen Fisch auf dem Grund sehen“, sagte Wolfgang Mertins.
Probelauf absolviert
Das Projekt stehe jedoch noch am Anfang, betonte er. Einen Probelauf hat es bereits gegeben. „Es gibt keine Gefahren für das Gewässersystem in punkto Hochwasser“, bilanzierte Mertins. Nun müssen noch alle notwendigen Genehmigungen für das Bauvorhaben eingeholt werden. Die Finanzierung will der Fischereiverein Wüsting zum Teil über Bingo-Lotto-Mittel des Landesfischereiverbandes sicherstellen. „Dabei könnte es auch hilfreich sein, dass wir jetzt auf den gewonnenen Preis verweisen können“, sagte Wolfgang Mertins. Voraussichtlich Ende dieses Jahres könne dann mit dem Umbau der Sieltore am Hemmelsbäker Kanal begonnen werden, so der Vereinsvorsitzende.
Vorher wartet auf ihn aber noch eine andere Aufgabe: Wolfgang Mertins bekommt den Sonderpreis im Wettbewerb „Bach im Fluss“ vom niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) und Frank Klingebiel (CDU), Oberbürgermeister von Salzgitter und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände, überreicht. Die Preisverleihung findet im Herbst statt. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.
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