Mit biologischen Häusern in die Zukunft
Handwerk Wolfgang Denker und seine Firma Biwo bauen Gebäude aus ökologischen Rohstoffen
Der neueste Clou aus dem Allgäu: Wolfgang Denker (44), Geschäftsführer von Biwo, zeigt eine vorgefertigte Lehmplatte mit integrierter Heizung. BILD: Sven Mertinkat 
von Sven Mertinkat
Hude - Wolfgang Denker wohnt nachhaltig, ja sogar ökologisch. „Eigentlich mag ich die beiden Worte gar nicht so gerne, die benutzt ja heute schon fast jeder“, sagt der 44-Jährige. Wolfgang Denker gehört die Firma Biwo. Das steht für biologisch Wohnen. Heißt: Der gelernte Zimmermeister benutzt beim Bauen von Häusern ausschließlich biologische, also nachwachsende Rohstoffe. „Zum Beispiel Cellulose, Hanf, Holz oder Lehm“, erklärt er.
1996 hatte sich Denker mit einer Zimmerei selbstständig gemacht. Fünf Jahre später gründete er Biwo an der Straße Zum Wendenkamp 8a. „Viele Kunden wollten gerne komplett betreut werden, diesen Wunsch kann ich mit dieser Firma erfüllen“, sagt Denker. Die Auftraggeber kommen überwiegend aus der Region. Denker: „Wir arbeiten zum größten Teil im Umkreis von 30 Kilometern.“ Der Vorteil liegt auf der Hand: „So sind wir nah dran an unseren Kunden.“
Neu sind Lehmbauplatten
Er und seine neun Mitarbeiter – angefangen hat er mit einem – machen beim Hausbau den kompletten Innenausbau sowie die Hülle und sind auch für die Koordinierung der anderen Gewerke zuständig. „Beim Holzrahmenbau stellen wir den kompletten Rohbau fertig. Außerdem kommen die Wände von Biwo. Alle anderen Gewerke werden von uns koordiniert“, beschreibt Wolfgang Denker die Vorgehensweise.
Von der ersten Leiste bis zum fertigen Haus dauert es ungefähr drei Monate. Doch schon vorher steht eine Menge Arbeit an. Im Büro entwirft Denker die Grundrisse der Gebäude. Dann gehen die Zeichnungen zu einem Ingenieur, der die Statik berechnet. Biwo überwacht im weiteren Verlauf dann auch die Geschehnisse auf der Baustelle.
„Der Holzrahmenbau hat den Vorteil, dass er trocken ist, man bringt also nicht von vornherein Feuchtigkeit ins Gemäuer. Außerdem haben die Häuser sehr gute Dämmwerte“, zählt Denker auf.
Den neuesten Clou hat der 44-Jährige im Allgäu gefunden. „Mit Lehm arbeiten wir schon lange, doch jetzt habe ich endlich fertige Lehmbauplatten entdeckt, in denen bereits eine Wandheizung integriert ist“, strahlt Denker. Bisher wurden die Heizungsrohre an den Wänden verlegt und danach mit Lehm verkleidet. Die fertigen Platten haben vorgefertigte Anschlüsse, die ineinander gesteckt werden. „Die Strahlwärme aus der Wand ist sehr angenehm“, beschreibt der Zimmerer. Lehm habe außerdem den Vorteil, dass es die Feuchtigkeit in Räumen reguliert: „Lehm nimmt Wasser auf und gibt es auch wieder ab, so herrscht in den Gebäuden ein angenehmes Klima.“
Selbstversorger
Doch wie kommt man überhaupt darauf, biologisch bauen zu wollen? Für Wolfgang Denker stellt sich diese Frage gar nicht. In seiner Kindheit lebte er auf einem Hof, dort wo jetzt auch die Firma steht. Das alte Bauernhaus ist noch erhalten. „Wir waren Selbstversorger. Die Natur spielte für mich schon immer eine große Rolle. Ich kann mir gar nichts anders vorstellen“, sagt er. Mit dem Holzrahmenbau kam er 1994 in der Meisterschule das erste Mal in Berührung, als ein Dozent aus Süddeutschland das Konzept vorstellte. „Da war für mich klar, dass ich sowas auch gerne machen möchte.“
Für die Zukunft hat er auch bereits Pläne. Am Wendenkamp soll ein Passivhaus entstehen. „Als Beispiel für Kunden, die sich hier umschauen können.“ Das neue Gebäude soll auch mit Seminarräumen ausgestattet werden. Bereits jetzt bietet Biwo regelmäßig Seminare, Vorträge und Workshops an. Auch zu den neuen Platten aus dem Allgäu. Wann das Passivhaus fertig ist, steht noch nicht fest: „Die Anträge sind eingereicht, einen Zeitpunkt für die Fertigstellung gibt es aber noch nicht.“
Wenn es nach Denker geht, entscheiden sich nach dem Besuch des Passivhauses noch mehr Huder dafür, in ein Haus aus „sauberen“ Rohstoffen einzuziehen. „Es ist aber auch möglich, Häuser von uns sanieren zu lassen“, so Denker.
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