HUDE, 18. Oktober 2011


Mit sanfter Landung in den Gemeinderat

Kandidaten Veruschka Schröter-Voigt vertritt die Linke – Flugbegleiterin steht für starke Familienpolitik


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Flugbegleiterin, Mutter, Politikerin: Veruschka Schröter-Voigt bleibt nur wenig Zeit für Hobbys. Ihr Sohn Adrian ist im Januar diesen Jahres geboren worden. BILD: Lars Blancke  Bild vergrößern

Das erste Mal sind die Linken im Gemeinderat vertreten. Die 31-Jährige wurde zudem in den Kreistag gewählt.

von Lars Blancke

Hude - Schlafen tut sie eher selten, und wenn, dann wenig, sagt Veruschka Schröter Voigt. Der Mangel an Schlaf wundert nicht: Die zweifache Mutter hat in den letzten Jahren ihr Studium abgeschlossen, ist als Flugbegleiterin um die Welt geflogen, zieht ihre Söhne groß und macht politische Karriere. Bei den Kommunalwahlen im September wurde sie mit 113 Stimmen in den Gemeinderat und sogar den Kreistag gewählt.


Keine Zeit für Hobbys
„Das hat mich überrascht“, gibt sie unumwunden zu. Den Einzug in den Gemeinderat habe sie sich als Spitzenkandidatin der Linken fest vorgenommen. Der Einzug in den Kreistag habe sie überrascht. Da Schröter-Voigt auch Sprecherin des Ortsverbandes der Linken, Vorstandsmitglied im Kreisverband und Delegierte für den Landesparteitag ist, bleibt kaum noch Freizeit. Stattdessen widmet sie sich den neuen Aufgaben: „Wenn ich etwas mache, dann richtig.“ Als einzige Vertreterin der Linken gelte für sie zunächst, die anderen Ratsmitglieder kennenzulernen und Schnittpunkte zu finden.

Beruflich war ihr Weg zunächst unklar. Die gebürtige Bremerin, die in Delmenhorst zur Schule ging, studierte European Business Studies, brach aber nach zwei Semestern ab. Sie wechselte die Fächer, studierte Deutsch, Spanisch und Erziehungswissenschaften auf Lehramt und schloss 2009 mit dem 1. Staatsexamen ab. Parallel begann sie eine Ausbildung zur Flugbegleiterin und arbeitete Vollzeit neben dem Studium als Stewardess. Pausen gab es für die 31-Jährige, die seit 2004 in Hude lebt, kaum.

Nach der Heirat ihres Mannes Bernd im Jahr 2006 war schnell klar, dass der Wunsch nach Kindern besteht. 2008 kam ihr erster Sohn Julius zur Welt, im Januar diesen Jahres folgte Adrian. Momentan befindet die Mutter sich in Elternzeit, im Januar will sie aber schon wieder als Flugbegleiterin arbeiten.


Partei-Eintritt 2008
Die Elternzeit nutzt Schröter-Voigt, um ihre politische Karriere weiter voranzubringen. „Ich habe überlegt, in welche Welt ich meine Kinder da eigentlich hinein geboren habe. Mir wurde klar, dass ich etwas dafür tun möchte, dass es ihnen später gut geht“, erzählt Schröter-Voigt. Der Weg führte in die Politik. Da ihr soziale Gerechtigkeit schon immer sehr am Herzen gelegen habe, sei die Wahl nach einem Vergleich aller Parteien schnell auf die Linke gefallen. Im Jahr 2008 trat sie ein. Ihre politische Motivation ist eindeutig: „Ich will mich für die Förderung und Bildung unser Kinder einsetzen“, sagt die Vorsitzende des Huder Gemeindeelternrates. Hude sei größtenteils familienfreundlich, aber die Gemeinde könne sich auch hier verbessern. Schröter-Voigt: „Es darf zum Beispiel keine Erhöhung der Kindergarten-Gebühren geben. Wir liegen hier schon im oberen Drittel.“ Langfristig sei sie sogar für eine Abschaffung der Gebühren, um allen Kindern unabhängig von Herkunft und Status Chancengleichheit zu gewähren: „Junge Eltern und Familien können so entlastet werden.“

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