28. Dezember 2011


Ethische Ebene bleibt außen vor



Artikel über geplanten Neubau eines Putenmaststalls im Bereich Leckerhörne („In die Standortfrage kommt Bewegung“, NWZ  vom 17. Dezember)

Das Thema Erweiterung der Mastputenställe in Hude wird nur auf der Ebene von Gesetzen und Verordnungen abgehandelt, die ethische Ebene dieser Tierquälerei wird leider völlig außen vor gelassen.

Was passiert in dem kurzen qualvollen Leben der Puten? Schon in den ersten Lebenstagen werden den Puten die Schnäbel beschnitten, was für sie äußerst schmerzhaft ist, weil der Schnabel für Puten ein nervendurchzogenes Tastorgan ist. Die Puten leben auf engstem Raum (8 Tiere/qm), in einer von Bioaerosolen und Bakterien verseuchten Luft, in der sie nur durch eine hohe Dosis an Antibiotika bis zur Schlachtreife überleben können.

Durch das andauernde Stehen in ihren eigenen Exkrementen leiden alle Tiere an schmerzhaften Fußballenentzündungen (Untersuchungsergebnis der tierärztlichen Hochschule Hannover). Durch die Mast wächst den Puten ein überdimensional großer Brustmuskel, der es den Tieren kaum noch ermöglicht, das Gleichgewicht zu halten.

Das alles ist nur ein Ausschnitt aus den Grausamkeiten (...) Dieser Umgang mit den Mitgeschöpfen ist eine Schande für eine Gesellschaft, die sich selbst gerne als „zivilisiert“ bezeichnet.

„Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.“ (Leo Tolstoi) 

Karlheinz Marek, 27798 Hude

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