WüSTING, 4. Februar 2012


Aus altem Rathaus wird Jugendzentrum

Geschichte 1949 erbautes Gebäude ist 24 Jahre lang Amtssitz der eigenständigen Gemeinde Wüsting


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Rathaus Wüsting: So sah das 1949 erbaute Gebäude 1954 aus. Das Feuerwehrgerätehaus mit Sirenenturm hatte die Gemeinde Holle bereits 1932 erbaut. Heute sind hier das Jugendzentrum und die Außenstelle der Gemeindebücherei angesiedelt (Bild rechts). BILDer: Privat/Stephan Onnen  Bild vergrößern

Im Obergeschoss wohnte der Gemeindedirektor mit seiner Familie. Nach der Gemeinde-Fusion 1972 hatte das Rathaus ausgedient.

von Jantje Ziegeler

Wüsting - Wüsting gehört zur Gemeinde Hude – klar. Das war aber nicht immer so. Davon erzählt das Haus an der Hauptstraße 16. Heute sind hier die Außenstelle der Gemeindebücherei und das Jugendzentrum beheimatet, früher handelte es sich um das Rathaus der von 1948 bis 1972 eigenständigen Gemeinde Wüsting.

1949 baute der Wüstinger Architekt und Bauunternehmer Bernhard Parisius das alte Rathaus. Das Grundstück kaufte die Gemeinde Wüsting von dem Landwirt Karl Mönnich.

„Bis 1933 gab es die Gemeindeverwaltung Holle mit Sitz im Gastzimmer der Familie Köhler – vormals Gut Brokdeich“, berichtet der Wüstinger Lokalhistoriker Siegfried Hoffmann, „die alte Gemeinde Holle wurde aufgrund der NS-Verwaltungsreform 1933 aufgelöst und der Gemeinde Hude unterstellt.“

Nach dem Krieg hatte die britische Militärverwaltung mit Sitz in Oldenburg sich vorgenommen, im Land Oldenburg demokratische Kommunalverwaltungen einzurichten. Daher hatte der britische Residenzoffizier, Colonel Wilson, am 10. Dezember 1945 an einer Ratssitzung der Gemeinde Hude teilgenommen.

Ob es dabei schon um die Teilung der Gemeinde Hude ging, ist nicht bekannt. Jedenfalls hatte Hudes Bürgermeister Kreye am 2. November 1946 angeregt, eine Teilung der Gemeinde Hude vorzunehmen. In Wüsting sollte ein neuer Gemeindesitz mit einem neuen Gemeinderat entstehen.

Auf einer am 17. März 1948 stattgefundenen – und von der britischen Militärverwaltung genehmigten – Bürgerversammlung wurde Carl Cordes zum Vorsitzenden des Gemeindeausschusses gewählt. Er blieb bis zum 28. November 1948 vorläufiger Bürgermeister.

Am 1. April 1948 konstituierte sich der neue Wüstinger Gemeinderat, der aus 13 Mitgliedern bestand. Zu ihren Sitzungen trafen sich die Ratsmitglieder zunächst abwechselnd in den Wüstinger Gasthäusern. Die Gemeindeverwaltung bestand aus dem Gemeindedirektor Heinz Kolberg aus Hude und mehreren Verwaltungsangestellten. Sie hatten zunächst ihren Dienstsitz im Hause der Familie ten bokkel Hoying in Wüsting (heute befindet sich dort die Volksbank). Nachdem das Rathaus fertiggestellt worden war, zog die Verwaltung 1949 in die Hauptstraße um.

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Die Räumlichkeiten bestanden aus dem Dienstzimmer des Gemeindedirektors, dem Dienstzimmer für den Gemeindekämmerer sowie einem größeren Raum für drei weitere Mitarbeiter in der Verwaltung.

Im hinteren Bereich des kleinen Flures befand sich die Toilettenanlage. Von dort waren über eine Treppe die oberen Wohnräume des Gemeindedirektors und seiner Familie zu erreichen. Die Mitarbeiter kamen zunächst aus der Gemeindeverwaltung Hude. Am Anfang bestand die Verwaltung aus vier Mitarbeitern und einer Gemeindeschwester. „In der ersten Ratssitzung am 28. November 1948 wurde Wilhelm Wragge zum neuen Bürgermeister gewählt, er wurde bis 1972 immer wieder neu in diesem Amt bestätigt“, erzählt Hoffmann.

Das Feuerwehrgerätehaus mit Sirenenturm und Schlauchwäsche erbaute die Gemeinde Holle 1932.

1964 kam es zu einer Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses mit einem Unterrichtsraum – dem ersten im Landkreis Oldenburg. In diesem Raum hielt die Gemeinde Wüsting ihre Ratssitzungen ab.

Mit dem Zusammenschluss der Gemeinde Wüsting mit der Gemeinde Hude 1972 hatte das alte Wüstinger Rathaus ausgedient. In die unteren Räume zog 1998 das Jugendzentrum ein. Die oberen Räume waren privat vermietet. Im alten Feuerwehrgerätehaus richtete die Gemeindebücherei am 1. Dezember 1998 die Außenstelle Wüsting ein.






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