Neue Rektorin betritt kein Neuland
Bildung Birte Kempers ist aus Wüsting als Leiterin an die Grundschule Hude-Süd gewechselt
von Stephan Onnen
Hude - Auf dem Schrank im Büro von Birte Kempers steht eine Forsythie, deren Knospen gerade aufgeblüht sind. An den Zweigen hängen bunte, hölzerne Vögel. Ihre ehemaligen Schüler aus Wüsting haben diese Erinnerung ebenso gestaltet wie eine Tafel, auf der sich die Kinder aller Klassen mit ihren Fingerabdrücken verewigt haben. Ihrer alten Rektorin drücken sie damit für den Start an neuer Wirkungsstätte sinnbildlich alle Daumen. Birte Kempers leitet seit dem 1. Februar die Grundschule Hude-Süd. Bis zum letzten Tag des 1. Halbjahres hatte sie sich „mit vollem Herzen“ an der Grundschule Wüsting engagiert.
Keine Frage, der Abschied aus Wüsting ist beiden Seiten schwer gefallen – das zeigen die Reaktionen ihrer ehemaligen Schützlinge, die ihr viele persönliche Abschiedsgrüße mit auf den Weg gegeben haben. Und auch in Birte Kempers’ Stimme klingt ein bisschen Wehmut durch, wenn sie sagt: „Es waren sehr schöne Jahre. Kollegium, Elternschaft und Schüler waren toll. Es hat großen Spaß gemacht“, schwärmt die 37-Jährige, die die Grundschule Wüsting seit 2006 mit einer 15-monatigen Elternzeit-Unterbrechung geleitet hatte. Ihre Funktion übernimmt jetzt vorübergehend Konrektorin Monika Bruschke.
Nun freut sich Birte Kemopers auf die neue Herausforderung an der Grundschule Hude-Süd. Sie habe auch deshalb zugesagt, die Nachfolge der im vorigen Juli in den Ruhestand verabschiedeten Mechthild Walk anzutreten, weil sie sich als Huderin dem Ort sehr verbunden fühlt. Ein wichtiger Aspekt für ihre Entscheidung sei das bisherige Engagement der Grundschule Hude-Süd in der Integrationsarbeit gewesen. Die räumliche Nähe zur Förderschule biete alle Chancen, sich auf dem Gebiet der Inklusion besonders zu profilieren. Dahinter verbirgt sich die ab 2013 an allen Grundschulen geplante Einführung des gemeinsamen Unterrichts für behinderte und nicht-behinderte Kinder. „Hier verfügt die Grundschule Hude-Süd bereits über gute Erfahrungen“, weiß Kempers.
An ihrer neuen Schule, an der in diesem Schuljahr 196 Mädchen und Jungen unterrichtet werden, gefällt der Rektorin auch, dass sie sich stets offen für Neues gezeigt habe. Als Stichwörter nennt sie die Auszeichnung als „sportfreundliche Schule“ sowie die Einführung des „Schulexpress“.
Mit ihren eigenen Vorstellungen will sich Birte Kempers vorerst zurückhalten, zunächst wolle sie viele Gespräche führen und ein offenes Ohr für Bedürfnisse haben. Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie ein „Fan“ der 2010 in Wüsting eingeführten Eingangsstufe ist, die dort ihrer Einschätzung nach „sehr gut läuft“. Auch Elemente wie die Mitsprache der Kinder durch ein Schülerparlament, die Konfliktlösung durch Streitschlichter und die Einrichtung eines regelmäßigen Schulforums sind ihr wichtig. Veränderungen wolle sie indes nur im Konsens angehen: „So etwas muss man gemeinsam wollen.“ Keinesfalls, so beruhigt die neue Rektorin, wolle sie „alles umkrempeln“.
Von den Kindern und vom Kollegium sei sie sehr nett aufgenommen worden, berichtet Kempers, die in den beiden 2. Klassen Sachunterricht gibt. Offiziell wird sie in ihr neues Amt am Dienstag, 7. Februar, eingeführt.
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