„An der Grenze angekommen“
Timo Barz ist Heizungsbau- und Installateurmeister aus Hude. Außerdem ist er Gebäudeenergieberater der Handwerkskammer Oldenburg.
FRAGE: Herr Barz, wie oft müssen Sie und Ihr Team derzeit wegen defekter Heizungen und geplatzter Wasserleitungen raus?
BARZ: Im Schnitt so drei bis acht Mal pro Tag. Wenn im Winter plötzlich die Heizung ausfällt, ist natürlich guter Rat teuer. Und dann wollen alle auf einmal bedient werden. Wir müssen derzeit ziemlich flexibel sein.
FRAGE: Wo sind Ihre Dienste vor allem gefragt?
BARZ: Hauptsächlich in weniger gut isolierten Gebäuden. Ältere Häuser und Lagerhallen zum Beispiel.
FRAGE: Warum versagen die Heizungen bei diesen Temperaturen?
BARZ: Weil sie an ihre Leistungsgrenzen kommen. Wenn es minus zehn oder zwölf Grad kalt ist, laufen die Anlagen an die 100 Prozent. Und Heizungen, die schon älter sind oder schlecht gewartet wurden, gehen dann halt mal kaputt.
FRAGE: Kann man geplatzten Rohrleitungen irgendwie vorbeugen?
BARZ: Am besten ist es, wenn blanke Rohre bereits vorher isoliert wurden. Draußen liegende Wasserleitungen sollten entleert und abgeriegelt werden.
FRAGE: Sollte man die Heizungen in der Nacht ausstellen?
BARZ: Nein, ausstellen ist immer schlecht, weil das Gebäude dann auskühlt. Die Gebäudehülle sollte immer eine solide Wärme haben. Deshalb sollte man den Heizkörper in außenliegenden Räumen zwischen den Stufen 1,5 und 2 einstellen. Das hat aber vor allem energetische Gründe.
FRAGE: Wie lüftet man richtig?
BARZ: Das ist ein heiß diskutiertes Thema. Grundsätzlich würde ich das Stoßlüften empfehlen. Morgens und abends für fünf bis zehn Minuten. So kann die in der Luft befindliche Restfeuchtigkeit abgetragen werden.
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