HUDE, 9. Februar 2012


Für wenige Euro gibt es viel Qualität

Kinderbetreuung Flexibel und familiär: Tagesmütter bieten sich als gute Alternative an


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Fröhliche Runde: (von links) Regina Stigge, Perdita Engelhardt, Gunda Strackerjan, Angela Lindemann und Sandra Eggers BILD: Onnen  Bild vergrößern

Die Tagesmütter wünschen sich eine engere Kooperation mit Kindergärten. Die Qualität der Arbeit ist gestiegen.

von Stephan Onnen

Hude - Ihr Job beginnt um 6.30 Uhr. Dann liefern die ersten Eltern ihre Kinder bei Regina Stigge ab. Seit 2005 ist die Vielstedterin Tagesmutter. Ihr jüngster Schützling ist gerade einmal acht Wochen alt. Fünf Kinder bis zum Alter von drei Jahren betreut sie. Auf ihrem Sofa finden Elterngespräche statt, an ihrem großen Tisch in der Küche wird mit den Kindern gegessen, im Schlafzimmer sind Kinderbetten aufgestellt, damit die Kleinen Mittagsruhe halten können.

„Ich liebe die Arbeit mit den Kindern“, sagt Regina Stigge, die selber zwei zehn und dreizehn Jahre alte Sprösslinge hat. „Ich könnte das so lange machen, bis wir Enkel haben“, lacht die 44-Jährige. Ihrem Mann Heiko macht der Dauer-Trubel nichts aus.

An diesem Vormittag ist der Parkettboden in ihrem Haus mit Spielsachen übersät. Gleich 14 Kleinkinder krabbeln, stolpern und wackeln fröhlich quietschend durch das Spielzimmer. Der Grund: Regina Stigge hat ihre Kolleginnen Sandra Eggers (39), Angela Lindemann (49), Gunda Strackerjan (39) und Perdita Engelhardt (41) eingeladen – und die haben ihre Betreuungskinder gleich mitgebracht. Sie alle haben sich in einem 160-stündigen Kursus für ihre Tätigkeit qualifiziert, sich in Erster Hilfe am Kind schulen lassen. Bevor sie die Pflegeerlaubnis erhielten, hatte das Kreis-Jugendamt die häuslichen Räumlichkeiten inspiziert und für gut befunden.

Acht bis zehn Stunden pro Jahr müssen sich die Tagesmütter fortbilden. Die Gemeinde Hude stellt Tagesmüttern jährlich einen Betrag von jeweils 100 Euro für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen zur Verfügung. „So eine Unterstützung wünschte ich mir auch hier in Ganderkesee“, sagt die Bookholzbergerin Sandra Eggers.

Die Qualität der Arbeit der Tagesmütter sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, betont Eggers. So geht es nicht darum, den Nachwuchs einfach nur zu betreuen. Natürlich wird gespielt, gesungen und geschmust. Doch die Steppkes sollen auch das soziale Miteinander mit anderen Kindern lernen, mit Farben und Zahlen vertraut gemacht werden. Kurzum: Sie erhalten das Rüstzeug für den späteren Übergang zum Kindergarten – und das alles für vier Euro in der Stunde. „So viel bekommen wir im Durchschnitt, wenn Eltern ihre Kinder direkt bei uns unterbringen“, berichtet Sandra Eggers. Werden die Kinder über das Familienservicebüro des Landkreises vermittelt, beträgt der Höchstsatz, den das Jugendamt pro Kind und Stunde zahlt, 3,44 Euro. Darüber hinaus wird die Hälfte der Sozialabgaben übernommen.

Die Tagesmütter streben für die Zukunft eine stärkere Vernetzung an. Auch eine Homepage ist in Vorbereitung, berichtet Regina Stigge. Sie erhofft sich eine noch engere Kooperation zwischen Gemeinde, Krippen und Tagesmüttern. Ihre Kolleginnen und sie wünschen sich, dass Tagespflege und Kindertagesstätten gleichwertig nebeneinander stehen. Stigge: „Unser Plus ist die Flexibilität.“

Im Landkreis Oldenburg koordiniert das Familien- und Kinderservicebüro Betreuungsangebote insbesondere für unter dreijährige Kinder. Eltern, die Bedarf haben, können sich unter Telefon  0 44 31/8 54 37 an das Büro in Wildeshausen wenden.

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Qualifizierungskurse werden in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Oldenburg und des Landesprogramms „Familien mit Zukunft“ angeboten. Bei der VHS Ganderkesee-Hude beginnt der nächste Kursus, der sich über rund ein Jahr erstreckt, im Herbst. Bei der VHS Wildeshausen startet ein neuer Kursus bereits am 14. April, ein Info-Abend findet am 6. März statt.

Aus der Gemeinde Hude sind zurzeit 16 Tagesmütter registriert.






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