HUDE, 9. Februar 2012


Diagnose: Büroklammer verschluckt

Teddyklinik Kindergarten Gänseblümchen zu Besuch in Stenum – Ärzte behandeln flauschige Patienten


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Auch Ponys sind mal krank: Beim Besuch des Kindergartens Gänseblümchen behandelte Teddyklinik-Ärztin Alexandra Winkelseth-Schulz einige gebrochene Beine. Schwester Elke (ovales Bild) nahm den Patienten Blut ab. BILDer: Jantje Ziegeler  Bild vergrößern

Den Kindern soll in der Teddyklinik die Angst vorm Arzt genommen werden. Krankenschwestern röntgen, nehmen Blut ab und machen Verbände.

von Jantje Ziegeler

Hude - Oh weh! Hermine geht es gar nicht gut. „Sie klagt über Bauchweh“, weiß Daniela Wolff zu berichten. Die 22 Kinder des Kindergartens Gänseblümchen aus Hude, die zu Besuch in der Teddyklinik Stenum sind, lauschen gespannt. „Sie ist über den Schreibtisch gekrabbelt und hat eine Büroklammer verschluckt“, hat die sechsjährige Amelie über den armen Klinikbären erfahren. „Knopf“, ihren eigenen Teddy, hat sie natürlich auch mitgebracht. Der ist nämlich ebenfalls krank. „Er hat eine Mandelentzündung. Seit gestern“, erklärt Amelie.

Der Besuch in der Teddyklinik soll den Kindern die Angst vorm Arzt nehmen, erklärt Daniela Wolff, die an der Fachklinik für Orthopädie in Stenum für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist: „Viele Kinder sagen am Anfang: ,Mein Teddy ist gesund, der hat nix!‘. Am Schluss sind dann aber alle Teddys krank“, berichtet Wolff schmunzelnd. „Die Kinder sehen, dass der Arztbesuch nicht schlimm ist und sie ihn nicht mit Angst zu verbinden brauchen.“ Seit sie die Teddyklinik vergangenes Jahr ins Leben gerufen hat, waren bereits fünf Kindergärten zu Besuch mit ihren kuscheligen kleinen Patienten. Auch eine Gruppe mit Menschen mit Behinderung hat sich angemeldet. „Wir stehen für alle offen“, erklärt Wolff.

Nun geht’s erst mal über einen langen Flur zu Schwester Elke. Für die Teddys heißt es jetzt: tapfer sein. Denn von Schwester Elke gibt es einen Pieks in den Arm – aus ästhetischen Gründen eventuell auch mal ins Bein, falls die langen flauschigen Haare eines Teddys ausreißen könnten, wenn sein Besitzer das Pflaster später entfernt. „Teddy Rosi ist ja ganz hart im Nehmen, die weint ja gar nicht“, stellt Schwester Elke erstaunt fest. Getröstet werden muss Rosi dann aber natürlich schon. Nicht vergessen: Den Tupfer fest draufdrücken, nachdem die Nadel raus ist.



Um die vielen gebrochenen Beine, Arme, Blinddarm- und Mandelentzündungen kümmert sich Krankenpflegehelferin Alexandra Winkelseth-Schulz. Im weißen Kittel und mit Stethoskop um den Hals erkundigt sie sich bei den Besitzern nach dem Befinden eines jeden Teddys – oder jenem des Ponys. „Heute gab es sehr viele Blinddarmentzündungen“, hat die Teddy-Ärztin festgestellt, „die haben alle ein Pflaster auf den Bauch bekommen.“

Was ist denn nun aus der armen Hermine geworden? Schwester Brigitte konnte des Rätsels Lösung auf dem Röntgenbild entdecken: Tatsächlich, eine Büroklammer im Magen der Patientin „Hermine Heil“. Da hilft wohl nur eine Operation. „Sie muss jetzt ein paar Tage im Krankenhaus bleiben und kann danach nach Hause“, hat die sechsjährige Amelie gelernt. Dann ist ja alles gut.

Für die Kinder gibt es am Schluss eine Urkunde für Mut und Tapferkeit beim Arzt – und das schöne bunte Röntgenbild von Hermine darf auch jeder mit nach Hause nehmen.

Interessierte Kindergärten, die der Teddyklinik Stenum ebenfalls einen Besuch abstatten möchten, können sich bei Daniela Wolff anmelden unter Telefon  0 42 23/7 13 04 oder per Mail an wolff@stenum-ortho.de

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