Guter Ruf verbessert Aufklärungsquote
Polizei Innenpolitiker Ansgar Focke informiert sich in Hude – Wohnungseinbrüche nehmen zu
Einblick in die Arbeit der Huder Polizeistation: (von links) Wolfgang Gottschlich, Rabia Sarikaya, Ansgar Focke und Heinz Schevel. BILD: Stephan Onnen 
von Stephan Onnen
Hude - Vor der Arbeit von Polizeibeamten hat Ansgar Focke „allergrößten Respekt“. 2007 hatte er eine Streife bei ihrer nächtlichen Arbeit im Nordkreis begleitet. Neun Einsätze habe er damals hautnah miterlebt, von der Rauferei unter Jugendlichen bis zur Fahrerflucht nach einem Verkehrsunfall. Diese Erfahrungen fand der CDU-Landtagsabgeordnete am Montag bei einem Besuch der Huder Polizeistation bestätigt. „Neun bis dreizehn Einsätze sind Sonnabendnacht normal“, berichtet Dienststellen-Leiter Wolfgang Gottschlich.
Immer wieder auf Trab gehalten werden die Beamten von „einer Handvoll“ Jugendlicher, „von denen wir wissen, dass sie häufiger über die Strenge schlagen“, sagt der Hauptkommissar. Die kriminalpräventive Zusammenarbeit der Polizei in Netzwerken mit Gemeindeverwaltung, Jugendhilfe-Einrichtungen und Schulen sei in Hude „exemplarisch gut“, wie Polizeirat Heinz Schevel, Leiter des Polizeikommissariats Wildeshausen, betont.
Die genauen Daten für 2011 zur Kriminalitätslage im Landkreis Oldenburg werden zwar erst am kommenden Freitag vorgestellt, Schevel ließ jedoch schon durchblicken, dass es einen deutlichen Anstieg der Wohnungseinbrüche gegeben hat. Auffällig bei den Ermittlungen sei der hohe Anteil der „nicht hier wohnhaften Tatverdächtigen“. Oftmals würden die Täter aus Bremen kommen, so Schevel. Gemeinsam riefen Schevel und Gottschlich Nachbarschaften zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Wichtig sei es, auf verdächtige Autokennzeichen zu achten. „Das ist das A & O“, so Gottschlich, der sich mitunter auch mehr Zivilcourage wünscht, wenn es darum geht, Wachsamkeit zu demonstrieren. Und: „Rufen Sie die Polizei lieber einmal zu viel als einmal zu wenig an.“
Für Hude ist „rund um die Uhr“ eine Streife verfügbar, so Gottschlich. Die Station ist von 7 bis 20 Uhr mit einem Früh- und Spätdienst besetzt, der Nacht- und Wochenenddienst wird im Verbund mit der Ganderkeseer Station und dem Kommissariat in Wildeshausen bewältigt. „Die Präsenz ist sehr gut. Es herrscht ein hohes Sicherheitsgefühl“, konstatiert Heinz Schevel.
Zehn Vollzugsbeamte, darunter eine Teilzeitkraft, sowie eine Angestellte für Verwaltungsaufgaben sind in der Huder Polizeistation eingesetzt. Der derzeitige Altersdurchschnitt liegt bei 49,7 Jahren. An Interesse von potenziellen Nachwuchskräften mangelt es aber nicht: Seit Montag absolviert Rabia Sarikaya ein Praktikum in der Polizeistation: Schon seit der Grundschule sei es ihr Traum, zur Polizei zu gehen, sagt die 14-jährige Realschülerin.
„Die Dienststelle genießt ein guten Ruf“, weiß Wolfgang Gottschlich. Das sei wichtig, denn: „Je besser das Image der Polizei, desto höher die Aufklärungsquote.“ Viele Ermittlungserfolge seien Hinweisen aus der Bevölkerung zu verdanken. Das zeigt sich nicht zuletzt bei Fahrraddiebstählen: Jedes fünfte Delikt in diesem Bereich wird aufgeklärt – ein Spitzenwert innerhalb der Polizeidirektion.
„In Hude fühlt man sich recht sicher“, schlussfolgerte Ansgar Focke. Anregungen der Beamten will er als Mitglied des Innenausschusses des Landtages mit nach Hannover nehmen.
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