Huderinnen stehen für Gerechtigkeit auf
Weltgebetstag Diesjähriges Motto unterstützt Frauen in Malaysia – Gottesdienst in Pastorei am 2. März
Das Huder Vorbereitungsteam: (von links) Christa Timmermann, Barbara Lippert, Sylvia Jacob, Marion Borsum, Helga Gritz, Reinhild Kloß und Lisa Aschmoneit BILD: Jantje Ziegeler 
von Jantje Ziegeler
Hude - „Der schmeckt gut, den können wir anbieten“, sind sich die sieben Frauen einig. Schließlich soll beim Weltgebetstag (WGT) am Freitagnachmittag, 2. März, nichts schiefgehen; da muss auch ein Kuchen erst mal vom Vorbereitungsteam abgesegnet werden. „Das ist heute unser drittes Vorbereitungstreffen“, erklärt Marion Borsum, in deren Wohnzimmer sich das gut gelaunte Team an diesem nass-kalten Dienstagvormittag trifft, und gießt ihren Gästen ein Tässchen Indischen Tee nach.
Am 17. Januar nahm das Team an einer Zusammenkunft aller Konfessionen in Oldenburg teil, wo es die Weltgebetstagordnung des malaysischen WGT-Komitees bekam. Denn das Motto des WGT setzt sich diesmal für Frauen aus Malaysia ein, es lautet: „Steht auf für Gerechtigkeit“. Zusammen mit der Menschenrechtsorganisation Tenaganita (Deutsch: „Frauenstärke“) aus Malaysia beteiligen sich WGT-Frauen aus Deutschland an einer Unterschriftenkampagne für die Rechte von Hausangestellten. Darin fordern sie die malaysische Regierung auf: „Erkennen Sie Hausangestellte als Arbeitnehmerinnen an. Beenden Sie damit die menschenunwürdigen Zustände für 300 000 Frauen und Mädchen in Malaysia.“
„In der Weltgebetstagordnung wird immer wieder auf die Frauen hingewiesen. Sie halten alles zusammen, aber es gibt Mächte, die vieles kaputt machen“, sagt Marion Borsum, „es ist schön, wenn man den Leuten damit auch hier noch etwas vermitteln kann“ – so sei die Gleichberechtigung zwar angestrebt, aber längst nicht wirklich umgesetzt. Schon seit 1988 nimmt Borsum mit ihrem Team am WGT teil. „Es fehlen uns die jungen Frauen“, erzählt sie, „aber die sind vermutlich familiär noch zu sehr eingebunden.“
„Ich finde es unheimlich faszinierend, wenn Beispiele aus der Bibel thematisiert werden“, erzählt Helga Gritz, „man lernt die Bibel durch den WGT anders kennen.“ Andere Länder, ihre Kultur und ihre Politik kennenzulernen, motiviert die Frauen, sich am WGT so engagiert zu beteiligen. „Malaysia besteht zum Beispiel aus zwei Teilen“, ist den Frauen bewusst geworden, über die Unterschiede dieser beiden Teile sind sie bereits informiert. „Das Temperament eines jeden ausgewählten Landes spiegelt sich außerdem in den Liedern wider. Die für Malaysia sind ruhiger, fast folkloreartig“, findet Borsum. Der vorbereitende Gesangsvormittag findet aber erst am kommenden Dienstag statt. Heute steht das Proben des Anspiels auf dem Programm: Dafür haben die Frauen Schilder gebastelt, auf denen Worte wie „Einmischen“ oder „Laut werden“ stehen. „Für Gerechtigkeit muss man aufstehen und laut werden“, erklärt Borsum, „dafür braucht man auch Mut.“
Sogar eine kleine liebe Überraschung versprechen die Frauen jedem, der am 2. März zum Gottesdienst um 15 Uhr in die Pastorei der evangelischen Kirche, Vielstedter Straße, kommt. Jeder ist herzlich willkommen.
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