HUDE, 23. Februar 2012


Herr Strauß ist jeden Mittwoch im Haus

Bürgerstiftung Lesepaten-Projekt trifft in Grundschulen und Kindergärten auf große Resonanz


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„Lese-Opa“ Wolfgang Strauß zieht seine jungen Zuhörer im Waldorf-Kindergarten in den Bann. Erzieherin Martina Müller freut sich über das Interesse ihrer Schützlinge. BILD: Stephan Onnen  Bild vergrößern

16 Lesepaten sind im Einsatz – Wolfgang Strauß (64) ist einer von ihnen. Die Bürgerstiftung hofft auf weitere Freiwillige, die dem guten Beispiel folgen.

von Stephan Onnen

Hude - Bei den Mädchen und Jungen des Waldorf-Kindergartens löst das Erscheinen des sympathischen älteren Herrn große Freude aus: „Herr Strauß ist im Haus!“, schallt es durch den Flur. Wolfgang Strauß gefällt die gereimte Begrüßung. Er ist einer von 16 Lesepaten der Huder Bürgerstiftung. „Ich habe den Aufruf der Stiftung in der NWZ  gelesen und mir gedacht: ,Das wäre doch was für mich‘“, erzählt der 64-Jährige. Gleich bei seinem ersten Besuch im Kindergarten am Sonnenweg hat sich der Ruheständler als „Lese-Opa“ vorgestellt. Seit dem 23. November 2011 kommt Wolfgang Strauß jeden Mittwoch um 11.45 Uhr ins Haus, um den Kindern vorzulesen.

„Herr Strauß macht das ganz toll“, freut sich Erzieherin Martina Müller. Er nimmt das Buch „Das Häschen Schnuppernäschen und der böse Bock“ zur Hand und versammelt die Kinder um sich herum im Sitzkreis. Seine zwei- bis sechsjährigen Zuhörer lauschen gebannt dem Märchen von dem Häschen, das Hilfe bei Schwein, Kuh, Hund und Biene sucht, um den Bock Zottelrock aus dem Hasen-Haus zu vertreiben. Während Wolfgang Strauß liest, spielt Martina Müller die fantasievolle Geschichte mit Holzfiguren nach.

Nach dem ersten Märchen gibt Strauß Zugaben – die Kinder, die immer näher an ihn heranrücken, können sich Lieblingsgeschichten aussuchen. Der „Lese-Opa“ hat keine Eile. Für alle hat er ein offenes Ohr: „Mein Motto lautet: ,Kinder sind ein Schatz, der geborgen werden muss, ohne Schaden zu nehmen für das spätere Wirken‘“, sagt der gebürtige Delmenhorster, der selber bereits ein Buch veröffentlicht hat: „Ein Strauß Nachdenkliches“ heißt das 2009 erschienene Werk, das „Gedichte zu Problemen der Zeit und verschiedenen Anlässen“ – so der Untertitel – enthält.

Menschen wie Wolfgang Strauß sind für die Bürgerstiftung ein Glücksfall. „Wir haben sofort gemerkt, dass er sehr gut ankommt“, berichtet Vorsitzende Petra Czerner. Überaus positive Rückmeldungen gebe es auch aus den anderen Einrichtungen, in denen Lesepaten der Stiftung im Einsatz sind. Neben dem Waldorf-Kindergarten hatten auch die Kindergärten in Hude (Gänseblümchen, Villa Kunterbunt, Regenbogeninsel und St. Marien) und in Wüsting sowie die Grundschulen Hude-Süd, Jägerstraße und Wüsting Bedarf angemeldet. „Die Nachfrage übersteigt die Kapazitäten der Lesepaten“, weiß Czerner. Manche Ehrenamtliche lesen bis zu dreimal pro Woche, manche sind einmal in 14 Tagen im Einsatz – „jeder so wie er es leisten kann“, betont die Stiftungsvorsitzende.

Um alle Wünsche erfüllen zu können, hofft die Bürgerstiftung auf weitere Lesepaten. „Eine Handvoll Freiwilliger könnten wir sehr gut gebrauchen“, sagt Czerner. So habe leider bislang der Kindergarten Wüsting leer ausgehen müssen. Und auch für die Grundschulen Jägerstraße und Wüsting werden weitere regelmäßige Vorleser gesucht.

Die Lesepaten werden durch Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Die Huder Bürgerstiftung organisiert und finanziert die Ausbildung und den Erfahrungsaustausch der Freiwilligen.

Das Huder Projekt hat die Bürgerstiftung mit konzeptioneller Unterstützung der NWZ -Stiftung entwickelt.

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Weitere Interessenten können sich in der Geschäftsstelle der Bürgerstiftung melden. Das Büro ist telefonisch unter der Nummer 04408/982104, per Fax 04408/982105 oder E-Mail unter info@buergerstiftung-hude.de zu erreichen.

 @ Mehr Infos unter http://www.buergerstiftung-hude.de





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