Maschinen streiken eher als Menschen
Winter Dicke Kleidung und Aufwärmpausen helfen im Freien durch den Arbeitstag – Diesel flockt aus
Walter Renken und Frank Pape (von links) vom Achternholter Lohnunternehmen Pape müssen auch bei minus zwölf Grad auf den Steiger. Am Montagmorgen schnitten sie Efeu aus Baumkronen an der Oldenburger Straße weg. BILD: Werner Fademrecht 
von Werner Fademrecht
Wardenburg - Für viele Kinder bedeutet das knackige Winterwetter vor allem eines: Endlich einmal wieder die Chance, Schlittschuh zu laufen. Während das Betreten der Gewässer von der Gemeinde aus Sicherheitsgründen untersagt worden ist – die NWZ berichtete, tummeln sich viele Heranwachsende risikolos auf den vor kurzem überfluteten und jetzt gefrorenen Wiesen. So zum Beispiel in der Westerburger Marsch, wo die Vorsitzende des Ortsvereins, Andrea Boning, das bunte Treiben im Bild festgehalten hat. Heiße Getränke und Kuchen halten die junge Generation dabei stundenlang fit.
Kalte Hände und Füße
Kein reines Vergnügen, sondern eine Verpflichtung, die der Job mit sich bringt, ist dagegen das stundenlange Arbeiten im Freien. Kältefrei gibt es für die betroffenen Wardenburger Arbeitnehmer jedenfalls nicht.
Minus 13 Grad hat das Thermometer am frühen Morgen gezeigt, als Walter Renken und Frank Pape sich in Achternholt auf den Weg machen. Die beiden Mitarbeiter des Lohnunternehmens Pape müssen an diesem Vormittag Efeu aus den Baumkronen an der Tungeler Ortsdurchfahrt schneiden. Dicke Arbeitskleidung und lange Unterhosen sind da Pflicht. Doch es gibt Schwachstellen. „Trotz der dicken Handschuhe spürt man die Kälte besonders an den Händen“, meint Renken. Sein Kollege friert dagegen eher an den Füßen, wie er sagt. Eine Patentlösung gegen die grimmigen Temperaturen haben beide nicht. „Wenn’s gar nicht mehr geht, setzen wir uns zum Aufwärmen eine Weile ins Auto“, verrät Renken. Etwas Gutes hat ihr Job an der frischen Luft aber auf jeden Fall: Von Erkältungskrankheiten bleiben sie beide fast immer verschont.
Winterdienst macht warm
Ähnlich sieht die Lage bei den Mitarbeitern des Wardenburger Baubetriebshofes aus. Die Arbeit im Freien geht auch bei kräftigen Minusgraden unvermindert weiter. Wie stark sich die Arbeiter unter der Arbeitskleidung zusätzlich mit schützenden Kleidungsstücken einhüllen, bleibt jedem selbst überlassen.
Tim Sklorz, Chef eines Wardenburger Garten- und Winterdienstes, und seine Mitarbeiter haben jetzt Hochkonjunktur. Ab drei Uhr morgens schwärmen sie in mehreren Gruppen nach Oldenburg und in die Gemeinde aus. „Beim Winterdienst ist man eigentlich ununterbrochen in Bewegung, da trägt man nur anfangs noch dicke Pullis unter der windabweisenden Jacke“, berichtet Sklorz. Erst einmal warmgearbeitet, reiche meist ein Sweatshirt unter der Jacke aus. Anders sehe es z.B. beim Baumfällen aus. Grundsätzlich hat der Selbstständige die Vorteile der modernen Funktionswäsche zu schätzen gelernt. Mit den eingebauten Luftpolstern halte sie deutlich besser warm als herkömmliche Stoffe, so Sklorz.
Die Menschen passen sich also der starken Kälte an. Wenn zurzeit etwas streikt, dann ist es eher die Technik. „Bei minus 16 Grad fängt der Diesel schon mal an, auszuflocken“, berichtet Lohnunternehmer Axel Pape von seinen Erfahrungen. Schnell seien dann die Filter verstopft und die Motoren ständen still. „Und ohne Diesel läuft bei uns halt gar nichts“, sagt der Achternholter. Torsten Schultheiss, Geschäftsführer des Autohauses Heinemann, bestätigt, dass zurzeit seine Mitarbeiter mehr als sonst ausrücken müssen: „Motoren springen morgens nicht an oder Autotüren sind komplett zugefroren.“
Das Spezial „Winter im Nordwesten unter @ http://www.NWZonline.de/winter
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