Steine für neue Zufahrt liegen bereit
Heimatgeschichte Ehrenamtliche wollen Moor- und Bauernmuseum noch attraktiver machen
Der Achternholter Fritz von Nethen stellte den Kontakt zum Museum her, Therese Koj übergab schließlich 16 gebundene Jahrgänge der schlesischen Heimatblätter an Gerhard Geisler (von links). BILD: Werner Fademrecht 
von Werner Fademrecht
Benthullen - Zur Geschichte der Menschen in Wardenburg zählt auch das Schicksal der vielen Vertriebenen und Flüchtlinge, die nach dem II. Weltkrieg in der Gemeinde und den umliegenden Dörfern eine neue Heimat gefunden haben. Für das Team, das hinter den Kulissen das Moor- und Bauernmuseum in Benthullen in Schwung hält, war es deshalb keine Frage, ein ungewöhnliches Spendenangebot anzunehmen. Therese Koj aus Oldenburg hat stellvertretend für eine Erbengemeinschaft 16 gebundene Jahrgänge (1949 bis 1964) der „Grafschaft Glatzer Heimatblätter“ (Schlesien) übergeben, die ihr Vater Johannes Klimek gesammelt hatte.
„Wir sind immer dankbar, wenn die Leute an uns denken“, sagt Gerhard Geisler. Das Museum habe in den zurückliegenden zwölf Monaten stabile Besucherzahlen erreicht. 68 Kleingruppen seien zu Gast gewesen, insgesamt zählten die Ehrenamtlichen1700 Besucher an der Böseler Straße. Fünf Paare gaben sich 2011 in ländlicher Umgebung das Ja-Wort. Die Besucher kamen laut Geisler schwerpunktmäßig aus der Wesermarsch, Friesland und dem Emsland. Während der beiden Hauptveranstaltungstage – dem Pfingstspaß im Moor und dem Back- und Boßelfest – sind bis zu 60 Helfer für das Museum im Einsatz.
Stillstand wird es in den nächsten Jahren nicht geben. 2012, spätestens 2013, soll das Museum mit einer neuen, gepflasterten Zufahrt glänzen. Die Steine hat sich der Heimat- und Bürgerverein als Träger der Einrichtung bereits im Zuge der Sanierung des Dortmunder Wegs gesichert. Mittelfristig wird auch im Innern des Haupttrakts gebaut. Ein Treppenlift soll Besuchern, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, dann den Besuch der Handwerksdauerausstellung im Obergeschoss ermöglichen. „Das brennt mir schon lange auf der Seele“, verrät Geisler. Die steile Treppe zwingt weniger mobile Gäste bislang dazu, auf die umfangreiche Ausstellung zu verzichten.
Vorerst noch ein Traum ist der Bau einer Moorbahn, wie sie zum Beispiel bei Goldenstedt eingesetzt wird. Zwei Torfloren und ein paar Gleise besitzt das Museum zwar schon, aber weitere Schienen für die etwa 500 Meter lange Strecke parallel zum Dortmunder Weg ins Moor und eine gebrauchte Diesellok müssen noch günstig gefunden werden, um dieses Projekt realisieren zu können.
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