WILDESHAUSEN, 9. Februar 2010


Spannende Sammlung begeistert Forscher

GESCHICHTE Bürger- und Geschichtsverein erhält Kopie einer Urkundensammlung zum Alexanderstift


Bild

Begeistert von Urkundensammlung (vorn, von links): Hartmut Berlinicke, Peter Sieve, Eva-Maria Ameskamp mit (hinten), Karl-August Kolhoff und Bernd Oeljeschläger. BILD: STEFAN IDEL Bild vergrößern

HARTMUT BERLINICKE GAB DEN ANSTOß FÜR DIE KOPIEN. DAS SO GENANNTE KOPIALBUCH WAR IN EMSTEK GEFUNDEN WORDEN.

VON STEFAN IDEL

Wildeshausen - Die Kladde sieht recht unscheinbar aus, hat 185, zum Teil vergilbte Seiten, doch für die Wildeshauser Geschichte ist sie von unschätzbarem Wert. Das Buch stammt aus dem 18. Jahrhundert und enthält Abschriften von rund 70 Urkunden des einstigen Stifts an der heutigen Alexanderkirche. Die Urkundensammlung befindet sich eigentlich im Archiv des Bischöflichen Münsterschen Offizialats in Vechta. Doch nun liegen auch beim Bürger- und Geschichtsverein in Wildeshausen Kopien vor.

„Hier handelt es sich um die ureigene Geschichte Wildeshausens“, betonte Vereinsvorsitzender Bernd Oeljeschläger am Montag bei der Übergabe durch Archivar Peter Sieve. Als „lokales Gedächtnis“ der Stadtgeschichte habe der Bürger- und Geschichtsverein ein Interesse daran, dass solche Dokumente vor Ort zugänglich sind. Zudem wies er auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Archiv in Vechta hin.

„Buch gehört zu uns“

Der Wildeshauser Künstler und Religionslehrer Hartmut Berlinicke hat bei den Recherchen für sein Buch „Die Alexanderkirche von Wildeshausen“ (die NWZ berichtete) die Urkundensammlung als Quelle genutzt. Zwar enthielten die von Dechant Johann Heinrich Anton Waldeck zusammengetragenen Dokumente kaum Hinweise auf das religiöse Leben und das regionale Bildungswesen im Mittelalter, sagte er. Jedoch trug Waldeck viele Angaben zu den Stiftsherren und ihren Privilegien in die Kladde ein. „Das Buch gehört eigentlich nach Wildeshausen“, befand auch Berlinicke. So fand er in dem Werk auch Hinweise auf die ersten Türme des sakralen Bauwerks.

Rüthning recherchierte

Das Kopialbuch Waldecks (siehe Kasten) gelangte nach dessen Tod auf unbekanntem Weg ins Pfarrarchiv der Gemeinde St. Margaretha in Emstek, wie Sieve berichtete. Dort habe es der Oldenburger Historiker Dr. Gustav Rüthning (1854-1944) gefunden, als dieser die Pfarrarchive im Oldenburger Münsterland besuchte, um Material für den achten und letzten Band des „Oldenburgischen Urkundenbuchs“ zusammenzustellen. „Im Alter von fast 80 Jahren machte sich Rüthning die Mühe, die Kladde Waldecks vollständig abzuschreiben“, berichtete der Vechtaer Archivar. Anschließend habe der Gymnasiallehrer noch eine Übersetzung des lateinischen Textes angefertigt. Diese drei Dokumente (Waldecks Original-Kladde, Rüthnings Abschrift und dessen deutsche Übersetzung) wurden zunächst in Emstek und seit 2005 im Offizialatsarchiv in Vechta aufbewahrt. „Die Übersetzung erleichtert Historikern den Umgang mit mittelalterlichen Urkunden“, weiß sich Sieve mit Autor Berlinicke, den Vereinsvorsitzenden Oeljeschläger und

Karl-August Kolhoff sowie Mitarbeiterin Eva-Maria Ameskamp einig.

ANZEIGE

Digitale Kopien

Auf Anregung Berlinickes fotografierte ein Mitarbeiter des Offizialatsarchivs im Januar mit Hilfe eines Scanners Waldecks Kopialbuch und Rüthnings Werke digital ab. CD und Kopien brachte Sieve am Montag mit. Das älteste erhaltene Kopiar des Stifts Wildeshausen aus dem frühen 14. Jahrhundert zähle aber nicht zu Waldecks Sammlung. Es wird im Staatsarchiv Oldenburg aufbewahrt. Wer aber nicht den Weg nach Oldenburg oder Vechta antreten wolle, meinte Oeljeschläger, finde nun beim Bürger- und Geschichtsverein eine spannende Quellensammlung.


 



WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Altona: 65 Einsatzkräfte bekämpfen Feuer im Dachstuhl

09.02.2012 - Am Mittwochvormittag brannte der Dachstuhle eines Pferdestalls auf dem Gelände des Gut Altona. Laut Polizei wurde nach ersten Ermittlungen der Ofen in dem Gebäude angefeuert, was zu einem Schornsteinbrand führte.mehr

Neues Verfahren soll Gestank vermeiden

09.02.2012 - Aktuelles zum Pflanzenbau und Pflanzenschutz wurde am Mittwochmorgen bei einer Informationsveranstaltung der Bezirksstelle Oldenburg-Süd der Landwirtschaftskammer Niedersachsen thematisiert. Rund 80 Vertreter aus der Landwirtschaft informierten sich bei der Veranstaltung über Neuerungen und Trends im Anbau und Schutz der Pflanzen.mehr

Angeklagter schweigt zu Taten

09.02.2012 - Wegen Einbruchdiebstahls in 28 Fällen muss sich seit Mittwoch ein 43 Jahre alter Mann aus Wildeshausen vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in der Zeit zwischen Juli und November 2010 mehrere Einbruchsserien in Wildeshausen und eine Einbruchsserie in Rastede verübt zu haben.mehr

Figurentheater für Kinder

09.02.2012 - Der Kinderkulturkreis Wildeshausen präsentiert heute, Donnerstag, das Stück „Kleiner Eisbär, wohin fährst du?“ mit Künstlern des Figurentheaters Theatrium Bremen. Beginn ist um 16 Uhr im Forum des Gymnasiums.mehr

„Schule ist erwachsen geworden“

09.02.2012 - „So früh hatten wir gar nicht damit gerechnet“, sagte Berthold Seidel, Geschäftsführer und Schulleiter der Privatschule Gut Spascher Sand. Rückwirkend zum 1. Februar erhielt die Schule von Niedersächsichen Kultusministerium den Status als „staatlich anerkannte Ersatzschule“.mehr

TIPP DER WOCHE
Anzeige
Umfrage

Die Bundesregierung will das Punktesystems für Verkehrsverstöße neu fassen. Sollen die Vorschriften verschärft werden?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
0 °C
-9 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat