Lindenhof-Kino droht dunkle Leinwand
wirtschaft Bis Ende des Monats muss ein Käufer gefunden werden – Anwalt: Chancen „fifty-fifty“
von karsten bandlow
wildeshausen - Im Wildeshauser Kino drohen die Lichter auszugehen. „Wenn nicht bis Ende dieses Monats ein neuer Betreiber für die Lindenhof-Lichtspiele gefunden wird, ist Schluss“, teilte am Dienstag auf NWZ -Anfrage der Oldenburger Rechtsanwalt Dr. Dirk Rüffert mit, der vom Amtsgericht Delmenhorst als Insolvenzverwalter eingesetzt worden ist.
Zurzeit läuft das Programm des einzigen Kinos in der Kreisstadt an der Huntestraße noch wie gewohnt. Zusammen mit einem Mitarbeiter des Inhabers Heinz Rigbers organisiert Rüffert den Betrieb mit 15 bis 16 Teilzeitkräften. Daneben laufen unter Hochdruck die Bemühungen um einen Käufer. Der Anwalt schätzt die Aussichten, einen Nachfolger für Rigbers zu finden, „fifty-fifty“ ein. Das Kinogeschäft sei nicht ganz einfach, auf der anderen Seite sei der Einstieg für einen Interessenten jetzt „extrem günstig“. Rüffert: „Das beste Gebot erhält den Zuschlag.“
Heinz Rigbers hat das kleine, gemütliche Kino mit seinen 130 Plätzen 1990 von seiner Tante übernommen und 20 Jahre lang ambitioniert und erfolgreich geführt. Für sein abwechslungsreiches Programm hat der jetzt 50-Jährige diverse Preise erhalten. Auch bei so genannten Bundesstarts neuer Filmproduktionen machte er trotz hoher Verleihkosten häufig mit. Rigbers hatte zuletzt auch versucht, sein Kino für Konzerte und Theateraufführungen zu öffnen. Offenbar haben alle Anstrengungen nicht gefruchtet: Ein Insolvenz-Antragsverfahren musste eingeleitet werden. Das ebenfalls von Rigbers in Bremen betriebene City-Kino mit mehreren Sälen ist bereits geschlossen.
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