DüNGSTRUP, 3. Februar 2012


Zwischen flotter Förderung und absoluter Ablehnung

Ausschuss Konträre Meinungen zum Neubau von Legehennenställen in Düngstrup – Problem Zuwegung


usu

Düngstrup - Ralf Stöver fand den Vorschlag von Gramberg, 20 000 Euro für den Ausbau zu zahlen, „fair. Es kann nicht angehen, dass einer allein die kompletten Kosten übernimmt.“ Karl Schulze Temming-Hanhoff (SPD) erwartete dagegen, dass der Landwirt den einmaligen Grundausbau übernimmt. „Wir können nicht verantworten, dass in zehn Jahren die Anlieger zur Kasse gebeten werden.“ So sah es auch Hermann Hitz (UWG): „Da zahlen Anwohner für Straßen, die sie gar nicht kaputt gefahren haben.“ 

„Die Qualität eines besseren Radwegs“ habe der Gemeindeweg 17 derzeit, sagte Bauamtsleiter Ulrich Fortmann.

Für CDU-Ratsfrau Chris Plate lag das weitere Vorgehen beim geplanten Neubau von drei Legehennenställen (mit 118 000 Plätzen) in Düngstrup samt Eierlagerhalle mit Packraum auf der Hand: „Zack, zack, zack, angucken, uns einigen und die Hühner die Eier legen lassen.“ Diese Ansicht teilten jedoch längst nicht alle Mitglieder im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am Donnerstagabend im Stadthaus. Traute Sandkuhl (Bündnis 90/Die Grünen) lehnte das Vorhaben grundsätzlich ab. Sie bezeichnete die „Riesen-Legehennenställe als gefährliche Angelegenheit“. Es könne nicht sein, dass jemand auf Kosten und Gesundheit der Allgemeinheit sein Geld verdiene, so Sandkuhl. Daher müsse die Stadt das Einvernehmen verweigern.

Direkt neben der Grünen saß in der Ausschussrunde Ralf Stöver, hinzugewähltes Mitglied des Landvolks. Er schüttelte angesichts der Äußerungen der Grünen heftigst den Kopf. Sandkuhl kommentierte die Körpersprache ihres aufgebrachten Nachbarn wie folgt: „Sie wissen es und möchten es nicht hören.“

Letztlich sprach sich der Ausschuss für den Vorschlag von Wolfgang Sasse (CDU) aus, vor der nächsten Sitzung den Gemeindeweg Nummer 17 in Düngstrup selber vor Ort zu besichtigen und möglichst auch ein entsprechendes Fahrzeug dann auf dem Weg stehen zu haben. Zugleich erinnerte Sasse daran, dass die Stadt sich mit der Erschließung zu beschäftigen habe. Alles weitere im Genehmigungsverfahren sei Sache des Landkreises.

Um die Frage, ob der Weg den zusätzlichen Verkehr durch den Neubau aufnehmen kann, ging es denn auch vorrangig. Die Stadt hat dem Landwirt das notwendige Einvernehmen verweigert, weil bisher keine ausreichende Erschließung vorhanden sei. Nach der Umweltverträglichkeitsprüfung für das Neubauvorhaben müsste der Gemeindeweg, der von der K 246 abzweigt, künftig 21 Transporter pro Woche aufnehmen.

Der Investor Hajo Gramberg widersprach im Ausschuss diesen Zahlen und deren Bewertung. Er rechnete vor, dass es sich lediglich um eine Fahrt mehr pro Tag handele als bisher. Zudem verwies er auf die gegenüberliegende Masthähnchenanlagen sowie ein Blockheizkraftwerk, zu dem zweimal täglich ein Radlader unterwegs sei. Der Landwirt betonte: „Ich bin nicht der Einzige, der da ist.“

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Gleichwohl bietet Gramberg 20 000 Euro für einen fachgerechten Unterbau und eine Verbreiterung der Weges um einen Meter mit einer Schotterdeckschicht an. Die Verwaltung möchte dagegen eine (teuere) Asphaltdeckschicht auf Kosten des Investors einbauen lassen mit der Bedingung, dass erst nach Fertigstellung der Straße die Ställe gebaut werden könnten.






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