Visitenkarte der Stadt wird herausgeputzt
Tourismus Ausschussmehrheit für Ausbau des Parkplatzes am Pestruper Gräberfeld – Schotter erlaubt
Eine neue Schotterschicht soll der Parkplatz am Pestruper Gräberfeld erhalten. Busse sind erwünscht. BILD: Olaf Blume 
von Stefan Idel
Wildeshausen - Es gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region: das Pestruper Gräberfeld, die größte bronze- und eisenzeitliche Nekropole in Nordeuropa. Um das Areal attraktiver zu machen, sollen die Parkmöglichkeiten verbessert werden. Mit fünf Ja-Stimmen, bei drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt (BU) am Donnerstagabend für die „große Lösung“ bei der Parkplatzsanierung aus. Dafür sollen 67 000 Euro im Haushalt 2013 bereitgestellt werden.
Im Juni 2011 hatte die CDU-Fraktion den Antrag gestellt, den Parkplatz attraktiver zu gestalten. Landschaftsarchitektin Marleen Meinel stellte für die Verwaltung verschiedene Planungsvarianten vor. Entsprechend den Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde darf auf der 200 Meter langen Fläche nur Schotter aufgebracht werden. Eine Toilettenanlage sei dort nicht erlaubt. Ein- und Ausfahrten sollen neu gestaltet und zwei Bus-Parkplätze eingerichtet werden. Um dem Schotter Halt zu geben, sei eine Rundbordeinfassung geplant. Der Kostenrahmen reiche von 55 000 Euro (ohne Rundbord) bis zu 67 000 Euro, so Meinel.
Als „außerordentlich dringend“ bewertete Christa Plate (CDU) den Ausbau des Parkplatzes. Das Gräberfeld sei eine „Visitenkarte“ für Wildeshausen. Plate bedauerte, dass dort keine Toiletten gebaut werden können. Gerade bei älteren Touristen gebe es einen Bedarf.
Dagegen meinte Karl Schulze Temming-Hanhoff, man sei nicht bei „Wünsch Dir was“. Der Ausbau des Parkplatzes Kokenstraße in der City sei wichtiger. Fürs Gräberfeld sollte sich der Verkehrsverein gemeinsam mit dem Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest um Fördermittel bemühen.
Auch Traute Sandkuhl (Grüne) lehnte die Planung ab. „Großsteingräber sind nicht in Mode“, widersprach sie der Darstellung, es kämen regelmäßig Busse mit Touristen zu den Sehenswürdigkeiten an die „Straße der Megalithkultur“. „Das Wort Megalith versteht eh’ keiner“, so Sandkuhl weiter. Die Grünen wollten daher eine „schlichte Ausführung“. Das sah auch Heiner Spille (UWG) so: „Wir sind doch pleite ohne Ende. Nicht einmal eine fünfte Bahn im neuen Schwimmbad können wir uns leisten.“ Hermann Hitz (UWG) forderte die Stadt auf, gegen das „Liebesmobil“ auf dem Parkplatz am Gräberfeld vorzugehen.
Letztlich fand sich eine Mehrheit für die „große Variante“ des Parkplatzausbaus. Auf Anregung des BU-Vorsitzenden Hartmut Frerichs (SPD) soll der Ausbau am Gräberfeld erst erfolgen, wenn Fördermitteln fließen.
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