Tierheim wohl erneut Thema für Richter
Justiz TSGW-Vorsitzende rechnet mit zweitem Veto – Grundbuchamt prüft Vertrag mit Großenkneten
von Stefan Idel
Wildeshausen - Im Streit um den Bau eines Tierheims in der Holzhauser Heide scheint eine gerichtliche Klärung unausweichlich. „Für den Fall, dass der Grundstücksverkehrsausschuss erneut sein Veto einlegt, hat die Gemeinde Großenkneten bereits eine Klage angekündigt“, teilte Christina Poppe, die Vorsitzende der Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) mit.
Nach Angaben Poppes liegt der Vertrag zwischen der Gemeinde Großenkneten und der TSGW über den Kauf des Areals zum Preis von 1 Euro pro Quadratmeter mittlerweile zur Prüfung im Grundbuchamt des Amtsgerichts. Dem zuständigen Notar sei eine Zwischenverfügung der Rechtspflegerin zugestellt worden. Obwohl das Grundstück für das Tierheim mit 9150 Quadratmeter unterhalb der Grenze von einem Hektar liege, sei geplant, eine Stellungnahme Grundstücksverkehrsausschusses einzuholen.
Das Gremium hatte bereits Widerspruch gegen die Eintragung im Grundbuch eingelegt, weil ein Teil der Gesamtfläche in Holzhausen, die noch im Besitz der Firma Bunte ist, abgetrennt wurde. Daher vermutet der Ausschuss einen „Umgehungstatbestand“. Falls die TSGW die 9150 Quadratmeter erhalte, solle die übrige Fläche von 3734 Quadratmetern Landwirten angeboten werden. „Wir gehen davon aus, dass es erneut zu einer Beschwerde kommt“, sagte Horst Looschen, Kämmerer der Gemeinde Großenkneten, auf NWZ -Anfrage. In diesem Fall müsste das Landwirtschaftsgericht entscheiden. Die Zulässigkeit das Tierheims war bereits ein Fall für das Verwaltungsgericht Oldenburg.
Hunde in Pensionen
Poppe meinte, in dem Fall werde „Eigeninteresse über das Gemeinwohl gestellt“. Das sei „unmoralisch und unsozial“. Obwohl der Bauantrag seit langem beim Kreis liege, könne nicht entschieden werde, weil eine Grundstücksübergabe blockiert werde. Auch die Zusagen der Gemeinden, sich am Bau des Tierheims zu beteiligen, liegen – mit Ausnahme der Samtgemeinde Harpstedt – vor. Insgesamt soll das Tierheim in Holzhausen rund 460 000 Euro kosten. Der Anteil der Samtgemeinde Harpstedt lag bei 54 000 Euro (die NWZ berichtete).
Obwohl das Wetter deutlich milder geworden ist, haben die Tierschützer nach eigenen Angaben derzeit große Probleme bei der Unterbringung der Fundtiere. „An der Kläranlage haben wir jetzt keine Hunde. Die Heizung dort war zugefroren. Die Hütten sind kaum isoliert“, erläuterte Poppe. Derzeit seien drei Hunde in Tierpensionen untergebracht. „Das kostet uns jeden Monat rund 1200 Euro.“ Die Unterbringung sei nur dank vieler Spenden an die TSGW möglich. Zusätzlich würden sechs Hunde von ehrenamtlichen Helfern betreut. Mit mehr als 50 Tieren gut gefüllt sei auch das Katzenhaus am Reepmoorsweg.
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