Helfer zwischen Schule und Beruf dringend gesucht
Berufsbildung Hauptschule auf der Suche nach Ausbildungsbrücken-Paten
Sibylle Cordugas spricht mit ihrem „Patenkind“ Jennifer Kartus und Lehrer Gerd Jacoby über weitere Möglichkeiten für einen Ausbildungsberuf. BILD: Nikola Nording 
Wildeshausen - „Wir müssen jetzt dringend in die Pötte kommen“, sagte Gerd Jacoby am Mittwochnachmittag. Gemeint ist die Suche nach Ausbildungsbrücken-Paten für das kommende Schuljahr. „Es haben 15 Kinder in den siebten Klassen signalisiert, dass sie am Programm teilnehmen möchten“, so Gerd Jacoby.
Die Ausbildungsbrücke ist ein Projekt, in dem Menschen aus der Region, die aus der Berufswelt kommen, Hauptschüler auf die Berufswelt vorbereiten. Dabei sind Aufgaben, wie die Suche nach dem richtigen Praktikumsplatz oder die Hilfe bei kleinen Schwächen in der Schule, gefragt. „Es müssen keine großen Wunder sein. Die Kleinigkeiten machen es aus“, erklärt Lehrer Andreas Everinghoff, der als Klassenlehrer immer wieder mit den Paten in Kontakt steht. „Es ist uns auch wichtig, dass die Paten mit der Schule zusammenarbeiten. Wir lassen sie nicht alleine“, so Jacoby.
Eine Patenschaft beginnt in der achten Klasse. Sie dauert vier Jahre. „Sie soll bis ins erste Ausbildungsjahr dauern. Damit sinkt auch die Abbrecherquote“, so Jacoby.
Zur Zeit sind zwölf Paten aktiv. Sie betreuen insgesamt 19 „Patenkinder“. „Die Regel ist allerdings ein Kind pro Pate“, betont Jacoby. Eine von ihnen ist Sibylle Cordugas. Sie betreut die 15-jährige Jennifer Kartus. Beide treffen sich einmal die Woche bei Cordugas zu Hause. „Dort übt sie mit mir Englisch oder ich spiele mit ihren Hunden“, erzählt Jennifer. Dabei ist Sibylle Cordugas auch aufgefallen, dass Jennifer gut mit Tieren umgehen kann. „Sie hatte mir erzählt, sie würde sich für ein Praktikum beim Frisör interessieren. Als sie mit meinen Hunden spielte, merkte ich aber, dass das mehr etwas für sie ist“, sagt Cordugas. Gemeinsam überlegten sie, wo Jennifer etwas mit Tieren machen könnte, und Cordugas half ihr bei der Bewerbung – mit Erfolg, denn Jennifer kann nun ein Praktikum als Pferdewirtin machen. „Es ist wichtig, auf die Schüler einzugehen, aber noch wichtiger ist es, über die Wildeshauser Betriebe Bescheid zu wissen“, sagt sie. Dann habe man mehr Möglichkeiten für die Berufswünsche der Kinder.
Interessenten für die Ausbildungsbrücke können bei Gerd Jacoby, Koordinator der Ausbildungsbrücke in Wildeshausen, unter Telefon 04431/92350 oder gerd.jacoby@gmx.de informieren.
@ http://www.ausbildungsbruecke.patenmodell.de
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