VECHTA, 17. März 2010


Vechta will mehr Einfluss und mehr Geld

Energie Konzessionsverträge mit der EWE laufen aus – Sechs Kommunen sitzen in einem Boot


Es gibt drei Optionen. Unwahrscheinlich scheint ein Alleingang ohne Partner.

von Peter Linkert

Vechta - Die Stadt Vechta gibt bei dem Bremer Büro Göken, Pollak und Partner eine Wirtschaftlichkeitsstudie zur Untersuchung mehrerer Modelle für die Übernahme der Strom- und Gasversorgung in Auftrag geben. Das hat der Rat der Stadt beschlossen. Hintergrund ist das Auslaufen der Konzessionsverträge mit der EWE Ende 2012. Mit im Boot sind die Nachbarkommunen Dinklage, Lohne, Bakum, Goldenstedt und Visbek. Das Gutachten kostet ungefähr 40 000 Euro, die sich die Kommunen teilen. Ziel ist es, Einfluss auf die Energiepreise zu bekommen und an der Wertschöpfung im Energiebereich zu partizipieren.

Vor der Beschlussfassung ließ sich der Rat von einem Vertreter des Büros beraten. Metin Pencereci zeigte drei Möglichkeiten auf. Der Gründung eines Stadtwerks im kommunalen Alleingang steht er wegen unabschätzbarer Kosten beim Erwerb des Netzes skeptisch gegenüber, denkbar seien Kooperationen mit einem Partner aus dem Energiesektor. Ebenso denkbar sei die Fortsetzung der so genannten Konzessionsverträge zu günstigeren Bedingungen.

Die Bürgermeister der genannten Städte und Gemeinden favorisieren offenbar ein Beteiligungsmodell. Dabei gründen die Kommunen eine Gesellschaft mit einem Dritten, die das Netz übernimmt und betreibt. Der Erlös fließt an die Gesellschafter. Die Gesellschaft schließt wiederum einen Konzessionsvertrag mit den Kommunen und zahlt zusätzlich jährlich eine Konzessionsabgabe, wie es jetzt auch die EWE macht.

Die rechtlichen Voraussetzungen für neue Verträge sind bereits geschaffen. Auch erste Gespräche mit der EWE hat es bereits gegeben, berichtete Bürgermeister Uwe Bartels. Darin hätten seine Kollegen und er deutlich gemacht, dass es vor allem um die Sicherheit der Versorgung, vernünftige Preise und die Höhe der Einnahmen für die Kommunen gehe.

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