VECHTA, 23. Februar 2012


Vechta: Weihbischof in Sorge um Sonntag

Protest Timmerevers solidarisch mit Mahnwache vor Essener Schlachthof


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Heinrich Timmerevers ermutigt alle Besorgten, ein Zeichen zu setzen. BILD: Brockmeyer  Bild vergrößern

Der arbeitsfreie Sonntag sei ein hohes Gut und schützenswert. Partikularinteressen dürften es nicht gefährden.

pl

Vechta - Weihbischof Heinrich Timmerevers solidarisiert sich mit den Gegnern der Einführung der Sonntagsarbeit beim Danish-Crown-Schlachthof in Essen/Oldenburg. Bekanntlich haben die KAB, Gewerkschaften und andere für Sonntag, 26. Februar, ab 21 Uhr zur ersten Sonntagsschicht zu einer Mahnwache vor den Werkstoren aufgerufen.

Aus der katholischen Bevölkerung und kirchlichen Verbänden hätten ihn Beschwerden und besorgniserregende Signale erreicht, so Timmerevers. In Verantwortung für die 265 000 katholischen Christinnen und Christen im Offizialatsbezirk Oldenburg sehe er sich verpflichtet, auf die Schutzwürdigkeit des hohen kulturellen Gutes eines arbeitsfreien Sonntags hinzuweisen. Wenn Danish Crown seine Absichten umsetze, höhle dieses Unternehmen für viele Hundert Familien das Recht auf einen arbeitsfreien Sonntag aus. Der Schutz des Sonntags habe aber für die römisch-katholische Kirche höchste Priorität, so Timmerevers.

Betroffen von der betriebswirtschaftlichen Maßnahme des Schlachthofs in Essen seien nicht allein die unmittelbar dort beschäftigten Mitarbeiter. Die künftig bereits am Sonntag beginnende Tierschlachtung löse vielmehr eine Kettenreaktion aus. Mitbetroffen von der Störung der Sonntagsruhe seien die landwirtschaftlichen Familien ebenso wie die für Zulieferung und Logistik zuständigen Mitarbeiter. Das ganze Gemeinwesen der Kommune Essen/ Oldenburg werde durch erhöhten Schwerlastverkehr am Sonntag zusätzlich belastet.

„Es darf nicht sein, dass aus ökonomischen Partikularinteressen eines Wirtschaftsunternehmens das in unserem Kulturraum über Jahrhunderte schwer erkämpfte Allgemeingut arbeitsfreier Sonn- und Feiertage von Danish Crown zu Lasten der Arbeitnehmer und ihrer Familien beschädigt wird“, so der Weihbischof. Dies gelte auch für andere Unternehmen in der Region, die bereits mit der Einführung von Sonntagsarbeit begonnen haben.

Timmerevers sieht die staatlichen Verantwortungsträger in Politik und Verwaltung in der Pflicht, sich schützend vor die betroffene Bevölkerung zu stellen. „Der Gesetzgeber und die zuständigen Behörden staatlicher Exekutive sind gehalten, dem verfassungsrechtlich verankerten Sonn- und Feiertagsschutz Geltung zu verschaffen.“ Er ermuntere alle um den freien Sonntag besorgten Frauen und Männern in den Gemeinden des Offizialatsbezirks Oldenburg, mit der KAB öffentliche Zeichen des Protestes und der Solidarität zu setzen.

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