120 Stunden Arbeit ohne Lohn
Altenclub Vereinsraum bleibt weiterhin geschlossen – Neues Gutachten gefordert
Frank Göllner, Vorsitzender des Altenclubs Berne, ist enttäuscht. Die Wiedereröffnung der Altentagesstätte wird sich auf unbestimmte Zeit verzögern. BILD: Jan Lehmann 
von Jan Lehmann
Berne - Die Mitglieder des Altenclubs Berne sind enttäuscht: Die Wiedereröffnung ihrer Altentagesstätte wird sich auf unbestimmte Zeit verzögern. Grund ist eine erneute Begehung durch Sachverständige des Kreisbauamts. Nun soll die Gemeinde ein weiteres Gutachten in Auftrag geben.
Dabei schien alles schon in trockenen Tüchern zu sein: Sechs Mitglieder des in der Arbeiterwohlfahrt organisierten Altenclubs hatten jeweils 20 Arbeitsstunden erbracht, damit der Raum und seine Zugänge von Fachfirmen umgebaut werden können. Von Sachverständigen des Landkreises waren unter anderem eine feuerfeste Wand und feuerfeste Tür gefordert worden, wodurch im Treppenhausbereich ein Fluchtraum entsteht. Die Mittel dafür stehen zur Verfügung; die Gemeindeverwaltung könnte die Aufträge sofort vergeben. Nun muss also ein neues Gutachten her, das den Gemeindehaushalt belasten wird.
Bürgermeister Franz Bittner reagiert verärgert: Der Antrag auf Baugenehmigung sei vor längerer Zeit gestellt worden; er verstehe nicht, warum es immer wieder Nachforderungen gebe. Auch die Gemeinde brauche den Raum im ehemaligen Rathaus dringend wieder als Sitzungssaal.
Sabrina Fleuch, Sprecherin der Kreisverwaltung, versteht die Aufregung nicht: „Das ist der ganz normale Ablauf im Bauantragsverfahren.“ Der Kreis handele nicht willkürlich. Möglicherweise gebe es aber Kommunikationsprobleme zwischen Bittner und dem Landkreis.
Franz Bittner, früher selbst Führungskraft bei der Kreisverwaltung, hätte von seinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen mehr Entgegenkommen erwartet. Die Situation im Obergeschoss des alten Rathauses sei schließlich jahrzehntelang geduldet worden. Eine Grundsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes am Rathaus koste bis zu vier Millionen Euro. Das komme aus finanziellen Gründen nicht in Frage.
Altenclubvorsitzender Göllner und weitere Mitglieder haben insgesamt 120 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet, um die Kosten für die Gemeinde gering zu halten. Ihr schönster Lohn wäre die Wiedereröffnung ihrer Altentagesstätte gewesen. Einen kleinen Trost gibt es trotzdem: „Obwohl wir zurzeit keinen Vereinsraum haben, sind in diesem Jahr schon vier Leute wieder bei uns eingetreten“, sagt Göllner.
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