Eier-Flummi stinkt irgendwann
Jugend Forscht Trond Meents und Mirco Jasper gewinnen Preis für Experimente
von Sandra Binkenstein
Berne - Aus welchen Materialien sich ein Flummi herstellen lässt, ist schon erstaunlich. Ein bisschen Maisstärke kann zum Flummi werden, oder auch ein Hühnerei. Wie das funktioniert und welcher Flummi am höchsten springt, das haben Trond Meents und Mirco Jaspers jetzt herausgefunden. Die beiden Viertklässler der Comenius-Grundschule Berne haben beim Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“ – einer Sparte der Ausschreibung „Jugend forscht“ – mitgemacht. Die beiden Neunjährigen haben im Bereich Chemie den dritten Platz belegt und außerdem den Innovationspreis Zukunft Emden gewonnen.
Die beiden Schüler der Comenius-Grundschule Berne haben vor den Sommerferien die Idee für ein besonders Projekt entwickelt: Sie wollten herausfinden, aus welchen Materialien der beste Flummi entsteht.
„Wir haben einen Esslöffel Wasser in eine Zipper-Tüte getan und einen Schuss Öl dazu, dann kam noch Maisstärke dazu“, erklärt Mirco. Dieses Gemisch in der Tüte haben sie dann in die Mikrowelle gelegt und bei 360 Watt erhitzt. „Der Beutel hat sich aufgeblasen und die Masse war dann nicht mehr flüssig , sondern fest“, erinnert sich Mirco. Mit der Hand haben die Jungs die Masse zu Flummis geformt und dann das Wasser aus den Bällchen herausgepresst – fertig waren die Flummis. „Meine Flummis sind nie was geworden, weil ich zu viel Öl genommen hab“, sagt Trond Meents. Besser hat es geklappt, aus Hühnereiern Flummis zu machen.
„Wir haben die Eier gekocht und in Essig eingelegt“, sagt Trond. In einer Versuchsreihe lagen die Eier drei Tage in Essig, in einer weiteren fünf Tage und in der letzten Versuchsreihe lagen die Eier erst vier Tage in Essig und wurden anschließend noch drei Tage getrocknet. Dieses Flummi-Ei sprang am höchsten.
Gar nicht gesprungen sind die Eier aus Gummibärchen. Genau genommen ließ sich die in der Mikrowelle erhitzte Masse aus Gummibärchen gar nicht erst formen, weil sie an den Händen klebte. „Aber essen konnte man das noch“, sagt Mirco.
Gut gelungen sind vor allem die Flummis aus Silikon. „Wir haben ganz normales Silikon aus dem Baumarkt genommen und kleine Haufen damit gemacht“, berichtet Trond. Weil sich das Silikon nicht mit der Hand formen lässt, haben die Jungs die Masse in Luftballons gefüllt und dann zu Bällen geformt. „Die Silikon-Flummis sind richtig gesprungen“, sagt Trond. Silikon ist außerdem besser haltbar als Maisstärke oder Hühnerei – die Flummis aus Maisstärke werden schnell spröde und springen dann nicht mehr. Und die eingelegten Eier fangen früher oder später an zu stinken.Die Flummi-Rezepte haben die Schüler unter anderem aus dem Internet herausgesucht.
„Ich fand dieses Projekt sehr spannend und interessant“, sagt Anne Gerdes. Die Sachkundelehrerin hat das Projekt betreut. Doch vor allem hätten die Eltern bei den Experimenten geholfen, so Gerdes. Und auch Tjark Meents, Tronds großer Bruder, hat geholfen. Die Geschwister Tjark und Tomma Meents, beide Schüler des Braker Gymnasiums, haben ebenfalls bei „Jugend forscht“ mitgemacht (die NWZ berichtete). Im Bereich Mathematik sicherte sich Tjark den dritten Platz. Seine Schwester Tomma erreichte den zweiten Platz im Bereich Geo- und Raumwissenschaften.
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