Arzt aus Brake gesteht vor Gericht alle Taten
PROZESS 58-jährigem Mediziner droht Haftstrafe – Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz in 553 Fällen
VON FRANZ-JOSEF HÖFFMANN
Brake/Oldenburg. - Im Prozess gegen einen 58 Jahre alten Arzt aus Brake, der sich vor dem Oldenburger Landgericht wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in 553 Fällen sowie wegen Abrechnungsbetrugs in 14 Fällen verantworten muss, hat der Angeklagte am Donnerstag die Vorwürfe eingeräumt.
Ersatzdrogen abgegeben
Er will aber nicht gewusst haben, dass er sich gesetzeswidrig verhalten hat. Erst in Gesprächen mit Kollegen sei ihm das bewusst geworden. Dann habe er sofort seine Abgabepraxis eingestellt.
Die Anklage wirft dem Mediziner vor, in der Zeit vom 9. Juni 2004 bis zum 2. März dieses Jahres in Brake in 263 Fällen Methadon an Drogenabhängige unerlaubt abgegeben und in 290 Fällen die Ersatzdroge verschrieben zu haben, ohne dass dafür die Voraussetzungen vorlagen. In 14 Fällen soll er mit der Kassenärztlichen Vereinigung falsch abgerechnet haben. Jahrelang hätten Drogenabhängige unkontrolliert und ohne Therapiekonzept die Ersatzdroge ausgehändigt bekommen.
Damit nicht genug: Der Angeklagte habe den Abhängigen zum Schluss auch die Rezepte mit nach Hause gegeben, ohne kontrollieren zu können, was damit passiere.
Für die Abgabe von Methadon gibt es strenge Regeln. Patienten müssten zuvor genau untersucht werden und mehrere Monate „stabil“ sein.
Durch Untersuchungen von Urinproben sei auszuschließen, dass die Patienten zusätzlich zum Methadon noch andere Drogen konsumierten. Das und vieles mehr habe der Angeklagte aber nicht veranlasst, so die Anklage. Angesichts von Fortbildungsmaßnahmen habe er aber gewusst, was er zu tun gehabt habe.
Der 58-Jährige war als Substituionsarzt zugelassen, die Zulassung ist zurückgegeben.
Bewährung möglich
Wie der Braker Rechtsanwalt Hans-Dieter Beck, der den Angeklagten verteidigt, gestern erklärte, habe der 58-Jährige darüber hinaus den angerichteten Schaden in vollem Umfang wieder gut gemacht und 105 000 Euro an die Krankenkassen gezahlt.
Das alles dürfte sich strafmindernd auswirken. Vor dem Verfahren hat es Gespräche zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegeben. Inhalt: Eine mögliche Bewährungsstrafe. Festgelegt sei das aber nicht, sagte der Vorsitzende Richter.
Das Verfahren wird Montag fortgesetzt. Dann wird ein Sachverständiger gehört.
Bestellen Sie hier ein dreiwöchiges Probeabo der NWZ für 6 Euro.
Gesundheit fördern durch Bewegung
Der Turnverein Hammelwarden (HTV) bietet zwei neue Gesundheitsförderkurse an. Der Kursus „Rücken-Fit“ richtet sich an Bewegungsneu- oder Wiedereinsteiger. An zehn Terminen gibt es ein Fitnessprogramm mit Haltungsschulung, Koordination, Herz-Kreislauf-Aktivierung, Kräftigungs- und Dehnübungen sowie verschiedenen Entspannungstechniken. Der Kursus findet immer donnerstags von 14 bis 15 Uhrmehr
„Durch erstklassiges Angebot wird Strecke interessant“
Die Stellungnahme der Nordwestbahn zum Verzicht auf die 1. Klasse in der Regio S-Bahn auf der Strecke Nordenham-Bremen hat Volker Schäfer aus Brake reichlich verärgert. Der Bahn-Vielfahrer weiß, dass es bei S-Bahnen bundesweit eine 1. Klasse gibt, lediglich in Berlin und Hamburg nicht. Dies hatte Nordwestbahn-Geschäftsführer Martin Meyer-Luu verneint und den Verzicht auf die 1. Klasse als „normal“mehr
„Was sollen Touristen bloß denken?“
„Was sollen Touristen bloß für einen Eindruck bekommen?“, fragt sich Klaus Baumgart immer wieder, wenn er die Mitteldeichstraße entlanggeht. Nicht nur, dass das ehemalige Tanzlokal „Zum Admiral Brommy“ allmählich verfällt, auch das Unkraut wuchert auf den Fußwegen, vor allem am Eingangsbereich der Breiten Straße und vor dem Brommy-Haus.
„Es wird immer darüber nachgedacht,mehr
Sonnenstrom macht Schule
Vor ziemlich genau zwei Jahren, im August 2008, wurde die Bürger-Energiegenossenschaft „WaSoWi“ gegründet, um erneuerbare Energien in der Wesermarsch zu erzeugen. Dass sie dabei sehr erfolgreich ist, zeigte sich am Mittwoch in der Haupt- und Realschule Brake: Gerd Munderloh und Wilfried Albers vom Vorstand der Genossenschaft nahmen gemeinsam mit Landrat Michael Höbrink bereits die sechstemehr
Jan Müller: „Das hat uns völlig schockiert“
Jan Müller, Geschäftsführer der Braker J. Müller Gruppe, mahnt sie bei jeder Gelegenheit an. Und als am 9. April dieses Jahres der symbolische erste Rammschlag für den Bau des zweiten Liegeplatzes am Niedersachsenkai gefeiert wurde, betonte auch der Niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP), dass an der geplanten Weservertiefung kein Weg vorbei führe. Doch jetzt steht hinter diesem Projektmehr



