Vertrauensbasis „nachhaltig gestört“
Steueraffäre Bürgerbefragung voraussichtlich am 25. April – SPD will aufklären
von Detlef glückselig
Brake - Viele Braker Sozialdemokraten haben Wut im Bauch. Sie richtet sich gegen Roland Schiefke. Der wegen Steuerhinterziehung vorbestrafte Bürgermeister habe den Rat auf vertrauensvolle Zusammenarbeit eingeschworen, erinnert SPD-Ratsherr Michael Kurz. Indem Schiefke den Rat über die Ermittlungen im Unklaren gelassen hat, habe er die Basis für eine solche Zusammenarbeit „nachhaltig gestört“.
„Schiefke ist kein Opfer“
Nicht nur Michael Kurz und seine Kollegen aus der SPD-Fraktion fordern vor diesem Hintergrund eine Abwahl des Bürgermeisters. Die Basis steht hinter der Fraktion, wie sich am Mittwochabend bei einer von rund 40 Mitgliedern besuchten Versammlung des SPD-Ortsvereins zeigte (die NWZ berichtete).
Der erste Schritt ist jetzt aber die vom Rat beschlossene Bürgerbefragung, die aller Voraussicht nach am 25. April in Brake über die Bühne gehen wird. Ortsvereinsvorsitzender und Ratsherr Ingo Logemann sagte, dass die SPD sich für ein Verfahren wie bei einer Kommunalwahl einsetzen werde. Es würden also Wahllokale an den üblichen Stellen eröffnet.
Logemann beschwor die Bürger, an der Befragung teilzunehmen, damit es zu einem breiten und möglichst eindeutigen Votum kommt. Die Zeit bis zum 25. April will die SPD nutzen, um möglichst viel Aufklärungsarbeit zur Schiefke-Affäre zu leisten und die Bürger über alle Fakten und Hintergründe zu informieren.
Ein Mitglied des Ortsvereins äußerte seine Wut darüber, dass Schiefke sich heute als Opfer darstelle. „Das ist er nicht.“ Das Verhalten des Bürgermeisters sei „eine Schande für uns alle“.
Kein Vorbild mehr
Ein anderer Sozialdemokrat ging auf Schiefkes Funktion als Obmann des Jugendfußballbereichs des SV Brake ein. Ein wegen Steuerhinterziehung vorbestrafter Bürgermeister, der noch dazu die Ermittlungen gegen ihn verschwiegen habe, könne keine Vorbildfunktion gegenüber Jugendlichen ausüben, betonte das SPD-Mitglied. Roland Schiefke habe die Braker „vergackeiert“, hieß es.
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