BRAKE, 29. Juli 2010


Aug’ in Aug’ mit dem Streithahn

Skulptur Förderverein bei Künstler Norbert Marten in Westerstede zu Gast


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Hahnen-Schau (von links): Künstler Norbert Marten präsentiert Arno de Wyl, Herbert Moritz, Gerd Munderloh (von der Raiffeisenbank Wesermarsch Süd), Amtsgerichtsdirektor Joachim Korte, Herbert Meier und Torsten Rückoldt die Ton-Modelle der „Streithähne“. Diese sehen beinahe lebensecht aus (kleines Bild). BILD: Christopher Deeken  Bild vergrößern

Aus Skizzen und Kleinskulpturen sind nun 1,90 Meter große Ton-Modelle geworden. Vor allem die Detailgetreue begeistert die Besucher.

von Christopher Deeken

Brake - Es hatte etwas von einem Klassenausflug: Die Mitglieder des Fördervereins Kunst und Justiz Brake/Wesermarsch machten sich am Dienstagabend auf den Weg in Richtung Westerstede. Ihr Ziel: Das Atelier des Künstlers Norbert Marten, den der Verein mit der Anfertigung der Justizskulptur „Streithähne“ beauftragt hat.


Vision wird Wirklichkeit
Was sie dort zu sehen bekamen, ließ die Gesichter der Mitglieder des Fördervereins strahlen: Existierten die Hähne bisher nur im Kleinformat und in Form von Radierungen, so enthüllte Norbert Marten jetzt zwei Ton-Modelle, die aus der Vision konkrete Wirklichkeit werden lassen. „Die sind sehr gut gelungen“, laute der erste Kommentar von Torsten Rückoldt, der zusammen mit Arno de Wyl den Vorsitz des Fördervereins inne hat.

Fast lebendig wirkten die mit Sockel knapp 1,90 Meter hohen Skulpturen – Federkleid und Gesichtszüge hat Norbert Marten mit einer Liebe zum Detail angefertigt, dass man meinen könnte, einem lebendigen Hahn gegenüber zu stehen. Dieses Gefühl könnte auch Herbert Meier, der das Projekt federführend vorangetrieben hatte, beschlichen haben, als er sich vor der mit Sockel knapp 1,90 Meter hohen Skulptur aufbaute: „Aug’ in Aug’ mit dem Streithahn“, sagte er lächelnd.

Beeindruckt zeigte sich Meyer vor allem von der von Marten bewusst gewählten Anordnung der „Streithähne“, die wie auf zwei gegensätzlichen Standpunkten auf zwei Säulen hocken: Während sich der eine aufplustert, gibt sich der andere unterwürfig. Je nach Interpretation können sich diese Positionen aber auch ändern – ganz so wie vor Gericht eben. „Kunst soll ja Raum für Diskussionen lassen“, sagte Torsten Rückoldt, der davon ausgeht, dass die Skulpturen wie geplant Anfang September vor dem Amtsgericht aufgestellt werden können.

Bis es soweit ist, ist jedoch noch einiges an Arbeit zu leisten. Norbert Marten erklärte den Vereinsmitgliedern seine nächsten Arbeitsschritte. Demnach bekommen die Ton-Skulpturen nun zunächst – vereinfacht ausgedrückt – eine Silikon-Ummantelung. Danach entsteht eine Wachsfigur, welche mit einer bestimmten Substanz ummantelt wird. Diese wird im Backofen erhitzt, so dass das Wachs hinausläuft. Diese Hohlform schließlich wird dann in einer Bronzegießerei in Oldenburg mit knapp 1 300 heißer Bronze eingegossen. Danach werden die „Streithähne“ von Norbert Marten noch einem letzten Feinschliff unterzogen, bevor sie dann mit einer grünlichen Patinierung versehen werden. Beim Amtsgericht muss das Fundament erstellt werden, zusätzlich werden noch Strahler installiert, damit die Skulptur auch in der Dunkelheit beleuchtet werden kann.


Noch Käufer gesucht
Torsten Rückoldt erklärte, dass die Finanzierung des rund 20 000 Euro teuren Projektes „weitgehend“ stehe. Um den Restbetrag zusammen zu bekommen, hoffen die Initiatoren trotzdem noch auf weitere Käufer für die Kleinskulpturen, die für 900 Euro zu haben sind. Wer Interesse hat, kann sich an Herbert Meier, Arno de Wyl oder Torsten Rückoldt wenden.

Apropos Interesse: Wer Norbert Marten einmal bei seiner Arbeit über die Schulter schauen möchte, kann dies nach telefonischer Anmeldung unter Telefon  04488/79283 tun.

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