„Schandfleck für die Insel“
Harriersand Ärger über marode Hütte
„Das sieht ja unmöglich aus“: Erika Brinker (rechts) und Helga Hedden vor dem maroden ehemaligen Wachhaus auf Harriersand. BILD: Detlef Glückselig 
von Detlef Glückselig
Brake - Erika Brinker, seit über 50 Jahren Harriersand-Fan, hatte jüngst Besuch von Bekannten aus Lübeck. „Das sieht ja unmöglich aus“, entfuhr es den Gästen, als sie die Insel betraten. Gemeint war das direkt am Anleger gelegene alte Wachhäuschen, das einst die DLRG und später dann die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes nutzte. Inzwischen steht das Häuschen seit mehreren Jahren leer und präsentiert sich Inselbesuchern in einem völlig verwahrlosten Zustand.
„Das erste, was die Leute sehen, wenn sie auf Harriersand ankommen, ist dieser Schandfleck“, ärgert sich die 62-jährige gebürtige Brakerin Erika Brinker, die inzwischen in Schwanewede wohnt, aber jedes Wochenende mit ihrem Mann Manfred im Sommerhaus auf der Insel verbringt. Helga Hedden aus Oldenburg, die vor 18 Jahren Harriersand kennen und lieben lernte und nun regelmäßig auf die Insel kommt, kann nur beipflichten. Auch sie ärgert sich über die verfallene Wachstation mit ihren vernagelten Fenstern und dem Loch in der Bretterwand.
Dabei geht es nicht nur um die Optik. Erika Brinker und Helga Hedden sehen in dem Gebäude auch eine Gefahr – vor allem für Kinder, die dort spielen. An vielen Stellen ragen rostige Nägel aus abgesplitterten Holzbalken. Und wer durch das Loch in der Wand ins Innere klettert, läuft Gefahr, sich an Scherben zu schneiden, die dort liegen.
Die beiden Frauen sind der Meinung, dass die Stadt Brake das marode Haus abreißen sollte. Doch so einfach ist die Sache nicht. Denn die Stadt ist gar nicht Eigentümerin des Gebäudes, wie Erster Stadtrat Herbert Meier am Mittwoch auf Anfrage der NWZ bestätigt. Sie hat das Wachhaus bereits 1996 zusammen mit anderen Gebäuden auf Harriersand dem Verein der Inselfreunde übertragen. Dieser sei nun auch zuständig, so Meier.
Das dem tatsächlich so ist, bestätigt Michael Kurz vom Vorstand der Inselfreunde. Er ist damit beauftragt, eine Lösung für das Wachhaus zu finden, und die sei auch in Sicht. Einzelheiten will Kurz vorerst nicht preisgeben, da noch Gespräche zu führen seien.
Dass es zu einem Abriss des Gebäudes kommt, sei eher unwahrscheinlich, so Michael Kurz. Dem Verein der Inselfreunde schwebe eine erneute Nutzung des alten Wachhauses vor.
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