„Was sollen Touristen bloß denken?“
Mitteldeichstrasse 75-Jähriger kritisiert ungepflegten Zustand der Fußwege
von Sebastian Schult
Brake - „Was sollen Touristen bloß für einen Eindruck bekommen?“, fragt sich Klaus Baumgart immer wieder, wenn er die Mitteldeichstraße entlanggeht. Nicht nur, dass das ehemalige Tanzlokal „Zum Admiral Brommy“ allmählich verfällt, auch das Unkraut wuchert auf den Fußwegen, vor allem am Eingangsbereich der Breiten Straße und vor dem Brommy-Haus.
„Es wird immer darüber nachgedacht, wie die Stadt für den Tourismus interessant gemacht werden kann“, erzählt der 75-Jährige. Doch das solle nicht in erster Linie durch die Organisation großer Events geschehen. Wichtiger erscheinen ihm die kleinen Dinge: „Die Wege zu pflegen kostet doch nicht die Welt. Das sollte in Angriff genommen werden“, meint er.
Für den von ihm kritisierten Bereich der Mitteldeichstraße ist jedoch nicht die Stadt verantwortlich. „Bei reinen Fußwegen sind die Hausbesitzer für die vor ihren Grundstücken liegenden Wege einschließlich Rinnstein zuständig“, teilt Detlef Wiggers vom Ordnungsamt mit. Handelt es sich um gemischte Fuß- und Radwege, kümmert sich der städtische Bauhof um die Unkrautbeseitigung.
Auf kleineren Flächen werde das Unkraut alle sechs bis acht Wochen entfernt, auf Großflächen gewöhnlich jede Woche, erklärt Bauhof-Leiter Hans-Georg Müller. „Wenn aber jemand etwas sieht, dann arbeiten wir auch auf Zuruf“, ergänzt er. Dabei wird das Unkraut wahlweise mit Gasbrenner abgeflammt, mit Freischneider freigetrimmt oder einfach mit den Händen entfernt.
Auf gemischten Fuß- und Radwegen kümmert sich der städtische Bauhof zudem um weit herunterhängende Zweige von Sträuchern oder Bäumen. Eine Durchlaufhöhe von 2,20 Meter muss auf Fußwegen gewährleistet sein. „Da über den Sommer viel gewachsen ist, erhalten wir momentan vermehrt Anfragen wegen störender Sträucher“, sagt Detlef Wiggers.
Klaus Baumgart kann das bestätigen: „Bis vor kurzem hingen auch neben dem Brommy-Haus die Sträucher so weit herunter, dass sie bereits die darunter stehenden Autos berührten“, schildert der Senior. Umso mehr freut es ihn, dass sie mittlerweile gestutzt worden sind.
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