Sonnenstrom macht Schule
Energiegenossenschaft Sechste Anlage in Betrieb genommen
Wilfried Albers von der Energiegenossenschaft (rechts) überreicht Landrat Michael Höbrink ein Solarmodul – stellvertretend für die gesamte Photovoltaikanlage (unten) auf dem Dach der Haupt- und Realschule. BILDer: Wewer/Glückselig 
von Torsten Wewer
Brake - Vor ziemlich genau zwei Jahren, im August 2008, wurde die Bürger-Energiegenossenschaft „WaSoWi“ gegründet, um erneuerbare Energien in der Wesermarsch zu erzeugen. Dass sie dabei sehr erfolgreich ist, zeigte sich am Mittwoch in der Haupt- und Realschule Brake: Gerd Munderloh und Wilfried Albers vom Vorstand der Genossenschaft nahmen gemeinsam mit Landrat Michael Höbrink bereits die sechste Photovoltaik-Anlage offiziell in Betrieb – im Beisein von Gästen aus Politik und Wirtschaft.
In zwei Bauabschnitten (Herbstferien 2009 und Sommerferien 2010) wurden insgesamt 320 Solarmodule auf dem Alt- und Neubau der Schule installiert. Zum ersten Mal wurden diese Module auf (wiederverwendbaren) Kunststoffwannen montiert, um Bohrungen im Flachdach zu vermeiden. Rund 180 000 Euro hat die Genossenschaft investiert. Sie rechnet nun mit einem jährlichen Stromertrag von 51 000 Kilowattstunden. „Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 13 Drei-Personen-Haushalten“, rechnete Gerd Munderloh vor. Und das zahlt sich sich für die Genossenschaftsmitglieder buchstäblich aus. „Das Erneuerbare Energien Gesetz garantiert der Genossenschaft über 20 Jahre eine feste Einspeisevergütung“, sagte Munderloh.
Der Landkreis bekommt eine Miete dafür, dass er das kreiseigene Gebäude für die Photovoltaikanlage zur Verfügung stellt. „Wir machen das aber nicht wegen des Geldes“, betonte Landrat Michael Höbrink: „Der Landkreis verdient daran verschwindend gering. Aber er verfolgt ein öffentliches Ziel, nämlich erneuerbare Energien zu fördern.“ Deshalb halte er die Installation solcher Anlagen gerade auf Schulgebäuden für besonders sinnvoll. „Wir machen es überall da, wo die Voraussetzungen dafür geeignet sind“, sagte Höbrink. „Das geht aber nicht bei allen Gebäuden.“ Entweder könnten die Dächer das Gewicht der Anlage nicht tragen oder sie seien noch nicht ausreichend saniert.
Das nächste Projekt mit der Energiegenossenschaft ist allerdings bereits ausgehandelt, berichtete Höbrink weiter. Das BBZ soll ebenfalls komplett mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden.
In der Haupt- und Realschule wurde ein Mess-Display aufgehängt, an dem die Schüler täglich ablesen können, wie viel Strom auf dem Dach produziert und ins Netz eingespeist wird. Dazu wird auch angezeigt, wie viel Kohlendioxid (?CO ) mit der Solaranlage jährlich eingespart wird. Die Energiegenossenschaft rechnet mit 30 Tonnen pro Jahr.
Lieferung und Montage der Solarmodule erfolgte durch zwei Oldenburger Firmen. „Wir haben uns bewusst für regionale Anbieter entschieden“, sagte dazu Vorstandsmitglied Wilfried Albers.
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